Neu im Kino

Bildgewaltig: Mit "Dune" startet ein waschechter Blockbuster

14.9.2021, 11:32 Uhr
Timothee Chalamet und Rebecca Ferguson in einer Szene aus dem Film

Timothee Chalamet und Rebecca Ferguson in einer Szene aus dem Film "Dune".  © Chia Bella James

Die Verfilmung von „Dune“ stand bislang unter keinem guten Stern. Frank Herbert veröffentlichte in den 1960er Jahren sein bahnbrechendes Epos „Der Wüstenplanet“, das sich weltweit über zwölf Millionen Mal verkaufte. Mehrere Regisseure versuchten seitdem, den Science-Fiction-Stoff zu verfilmen – fast alle scheiterten.

Ein Projekt von Ridley Scott etwa kam gar nicht erst zustande, genauso wie ein Film in den 70ern, an dem Salvador Dalí, Mick Jagger, Pink Floyd und HR Giger beteiligt sein sollten. David Lynch schuf 1984 mit „Der Wüstenplanet“ dann den ersten Kinofilm – der an den Kassen allerdings spektakulär floppte.

Mehrere Millionen schwer

Nun traut sich der Kanadier Denis Villeneuve („Arrival“, „Blade Runner 2049“) an die Vorlage und legt einen multimillionen Dollar schweren Blockbuster mit imposanter Starbesetzung vor.
Im Mittelpunkt steht der Wüstenplanet Arrakis, der auch als Dune bekannt ist. Nur dort gibt es im Jahr 10191 die wertvolle Substanz Spice. Deswegen wird der Planet bereits seit langer Zeit von anderen Mächten der Galaxie ausgebeutet und werden seine Bewohner, die Fremen, unterdrückt.

Szene aus Denis Villeneuves Blockbuster

Szene aus Denis Villeneuves Blockbuster "Dune".   © Warner Bros./Chiabella James

Mitten im Machtkampf

Die Geschichte von „Dune“ beginnt, als Herzog Leto Atreides (Oscar Isaac) vom Imperator den Auftrag erhält, den Abbau auf Dune zu übernehmen. Gemeinsam mit seinem Sohn Paul (Timothée Chalamet) und dessen Mutter (Rebecca Ferguson) reist er zum Wüstenplaneten. Er hofft auf eine friedliche Zusammenarbeit mit den Fremen, merkt aber schnell, dass er ein Spielball des Imperators ist und mitten in einem Machtkampf mit anderen Herrschern wie Baron Harkonnen (Stellan Skarsgård) steckt. Die Atreides-Familie wird angegriffen, die Wüstenstadt in Trümmer gelegt.

Imposante Actionszenen

Es sind imposante Kampf- und Actionszenen, die Regisseur Villeneuve inszeniert. Gemeinsam mit dem deutschen Spezialeffekte-Künstler Gerd Nefzer, der für „Blade Runner 2049“ einen Oscar gewann, erschafft er eine ganz eigene, faszinierende Welt. Jeder Einstellung ist anzusehen, wie groß das Budget für diesen Film war: Flugzeuge, die an metallene Hornissen erinnern, Feuerbälle, die vom Himmel fallen, gigantische Sandwürmer, die aus der Wüste auftauchen, Armeen, die in futuristischer Montur gegeneinander antreten – viel wuchtiger kann man so etwas wohl nicht auf die große Leinwand bringen. Unterlegt ist das alles mit der bedrohlich dröhnenden Musik des deutschen Komponisten Hans Zimmer.

Seltenes Kunststück

Doch „Dune“ ist nicht nur Action- und Spektakel-Kino mit dem klassischen Kampf Gut gegen Böse. In rund zweieinhalb Stunden baut Villeneuve immer wieder Subtext und Raum für Interpretationen ein. So ist es sicher kein Zufall, dass die Fremen Kleidung wie die Menschen in der arabischen Welt tragen. Es geht um Gier und Ausbeutung, um Imperialismus, Unterdrückung und Aufbegehren.
Dem jungen Paul kommt dabei eine besondere Rolle zu: Als Thronfolger muss er seinen eigenen Weg finden, seinen Talenten vertrauen und wird so zum Hoffnungsträger für eine friedliche Zukunft. Der 25-jährige Chalamet verkörpert das perfekt – als schmächtiger und unterschätzter Sohn genauso wie als unerschrockener Kämpfer.
Villeneuve gelingt damit ein seltenes Kunststück: Sein „Dune“ ist Blockbusterkino im besten Sinn, der Film bringt die Leinwand zum Beben und ist jeden Euro der Eintrittskarte wert. Doch auch Fans des anspruchsvollen Arthouse-Kinos kommen auf ihre Kosten, „Dune“ ist clever erzählt und kann durchaus zum Nachdenken anregen.

Als Mehrteiler angelegt

„Dies ist erst der Anfang“, sagt die junge Fremen-Kämpferin Chani (Zendaya) kurz vor dem Ende des Films. Denn auch das ist klar: Dieses Werk ist angelegt als Auftakt eines Mehrteilers wie „Star Wars“. Mindestens einen weiteren Film aus diesem Universum will Villeneuve noch erzählen. Doch ob ihm das gelingt und sein „Dune“ nicht ähnlich scheitert wie die der Vorgänger?
Das wird sich in den nächsten Tagen und Wochen wohl an den Kinokassen entscheiden. „Dune“ läuft bereits am morgigen Mittwoch in vielen Kinos an.

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