24°

Samstag, 08.08.2020

|

Bruce Springsteen als Ratgeber für alle Lebenslagen

Dominik Schüttes Debütroman „Was würde der Boss tun?“ - 28.04.2011

Dominik Schütt.


Den ultimativen Ratgeber für alle Lebenslagen, wer wünscht sich den nicht? Tom hat dazu den „Boss“ auserkoren. Antworten auf seine Fragen und Zweifel im alltäglichen Chaos findet der Anfang-Dreißiger in den Songs von Rock-Legende Bruce Springsteen. Und eigentlich könnte sein Leben damit perfekt sein: Tom liebt Anna und Anna liebt Tom. Er hat in Ben den einen besten Kumpel, der nicht nur seine Springsteen-Leidenschaft, sondern auch seine Vorliebe für wilde Partynächte teilt – und als T-Shirt-Designer machte er, vom ungeliebten Chef abgesehen, einen guten Job.

Doch hinter der heilen Fassade brodelt es gewaltig: Unaufhaltsam steuert Tom nämlich auf seinen 33. Geburtstag zu, und dann wird er älter sein als sein Vater, der kurz vor diesem Tag tödlich verunglückte. Dieses Wissen lässt Tom einfach alles in Frage stellen. Und weder Ben noch sein Ersatzvater, der Kneipen- und Trödelladenbesitzer Werner, können ihm dabei helfen. Wie also soll es weitergehen: Anna heiraten oder flüchten? Auf so komplexe Fragen findet selbst die Nadel auf der Plattenrille keine Antwort mehr. Also schmeißt Tom seinen Job hin und begibt sich, getreu dem Motto „Was würde der Boss tun?“ auf eine schräge Reise zu seinem Bruder Charlie in die USA. Sein Ziel: den Boss höchstpersönlich um Rat fragen.

Dem gebürtigen Nürnberger und Wahl-Münchner Dominik Schütte ist mit seinem ersten Roman „Was würde der Boss tun?“ eine fesselnde Geschichte über Fan-Sein, Liebe, Freundschaft und das, was im Leben zählt, geglückt. Der Journalist, der als stellvertretender Chefredakteur beim Männermagazin GQ arbeitet, entpuppt sich darin als ebenso scharfsinniger und aufmerksamer Beobachter seiner Generation wie auch als sehr humorvoller Erzähler.

Seine Protagonisten sind lebendige Sympathieträger, die den Leser rasch in ihren Bann ziehen und nur langsam wieder loslassen. Schüttes Plot lebt nicht zuletzt vom Wiedererkennungseffekt; davon, dass der Leser sich eben selbst darin finden kann. Denn hier geht es nicht darum, die Welt zu verändern, sondern das eigene Leben anzunehmen, vielleicht sogar das Beste daraus zu machen. Eine tragikomische und doch romantische Geschichte über das komplizierte Gefühlsleben von Männern in den besten Jahren

Dominik Schütte: Was würde der Boss tun? Roman. Piper-Verlag, München, 240 Seiten, 14,95 Euro. Buchpräsentation am 2. Mai, 20 Uhr, in der Nürnberger Zwingerbar, Lorenzer Straße 33.
 

Anna Schneider E-Mail

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Kultur