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Das Ding der Woche: Graphic Novel "Sabrina"

Nich Drnaso mischt Thriller ins Gesellschaftsbild der heutigen USA - 26.09.2019 12:44 Uhr

Das Ding der Woche - Katharina Erlenwein © NN


"Sabrina" ist verschwunden und kommt im Buch auch kaum vor. Mit seinem sehr schlichten Zeichenstil in matten Farben führt Drnaso die Leser in eine Welt, in der nichts mehr schlicht ist: Sabrina ist kaum zu sehen, sie ist verschwunden, dafür lernt man ganz unterschiedliche Menschen kennen, die offenbar alle irgendwie mit ihr zu tun hatten.

Allmählich wird klar: Sabrina ist verschwunden, wurde womöglich grausam ermordet. In Videos auf Sozialen Netzwerken bauschen sich die  Halbwahrheiten über den Fall zu kruden Vershwörungstheorien auf, die Masse spaltet sich in Lager, die Gewalt und vor allem die Paranoia nimmt zu.

"Sabrina" hat das Kunststück fertig gebracht, als erste Graphic Novel/Comic für den Man Booker Prize nominiert zu werden. Drnaso kontrastiert den brisanten Inhalt, der zeitgeschichtliche Aspekte wie die Anschläge vom 9. September 2001 im Hintergrund mitlaufen lässt, mit seiner reduzierten, fast skizzenhaften Art zu zeichnen. Statisch wirken die Bilder in blassen Tönen, umso aufwühlender die Story.

Das Cover von "Sabrina" © Blumenbar Verlag


Nick Drnaso: Sabrina. Graphic Novel, aus dem Amerikanischen von Daniel Beskos und Karen Köhler. Blumenbar Verlag, Berlin, 208 Seiten, 26 Euro.

 

 

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