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Die Augsburger Puppenkiste feiert ihren 70. Geburtstag

Theater will auch im digitalen Zeitalter um gute Unterhaltung kämpfen - 24.02.2018 06:00 Uhr

Seit 70 Jahren begeistert die Augsburger Puppenkiste Kinder und Erwachsene aus aller Welt. © Arno Stoffels


Zeitlos ist ein Wort, das einem sehr oft in den Kopf drängt, wenn man dem 56-jährigen Chef, Klaus Marschall, durch das Haus folgt - vom historischen Kreuzgewölbe über die alten Stiegen hinauf zum Museum und dann wieder hinunter zur Bühne mit den 212 Klappstühlen davor und den hohen Brücken für die Marionettenspieler dahinter. 1961 wird Marschall hier hineingeboren. Das Theater mit seinem handgeschnitzten Personal ist da schon längst eine Institution.

Sein Großvater Walter Oehmichen erliegt einst als Schauspieler selber dem Reiz der Marionetten und baut noch vor Ende des Zweiten Weltkriegs eine kleine Bühne in Augsburg auf, von der die Bomben Ende Februar 1944 aber nichts übrig lassen. Genau vier Jahre später, am 26. Februar 1948, kann er zusammen mit seiner Frau Rose und den Töchtern Hannelore und Ulla im alten Heilig-Geist-Spital, das ihm die Stadt überlässt, mit der "Augsburger Puppenkiste" Premiere feiern.

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Heute speist sich die Puppenkiste mit ihren 38 Vollbeschäftigten, darunter 16 Puppenspieler, aus eigenen Einnahmen wie auch Förder- und Sponsorengeldern. Bis zu 200.000 Besucher kommen jedes Jahr, 70.000 davon gehen ins Museum, das vom Förderverein betrieben wird. Das Bistro im Erdgeschoss arbeitet auf eigene Rechnung, ebenso der Shop.

Das Gebäude wird von der Stadt Augsburg gestellt, insgesamt schießen Land und Kommune jährlich zusätzlich eine gute halbe Million Euro zu, womit jede Zuschauerkarte mit rund fünf Euro subventioniert wird, was lächerlich wenig ist. Schließlich ist die Puppenkiste nicht nur ein Aushängeschild für Augsburg, sondern für den Freistaat und ganz Deutschland.

Arno Stoffels Reporter-Team E-Mail

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