Die unbekannte Seite von Toni Burghart

7.12.2018, 17:02 Uhr
Sachen zum Lachen: Toni Burghart gibt in dem Film lustige Lieder und Nonsenslyrik zum Besten.

Sachen zum Lachen: Toni Burghart gibt in dem Film lustige Lieder und Nonsenslyrik zum Besten. © Foto: Christian Oberlander

Toni Burghart gehörte zweifellos zu den originellsten und liebenswürdigsten Künstlern dieser Stadt. Im Frühsommer widmete ihm die Kunstvilla eine Ausstellung unter dem Motto "Was bleibt". Dort wurde auch ein Kurzfilm des Medienkünstlers Christian Oberlander gezeigt, der die Idee zu dem Projekt im Planetarium hatte.

Der 62-Jährige lernte Burghart ernst wenige Jahre vor dessen Tod kennen. 2008 trafen sich die beiden mehrmals zu langen Gesprächen vor der Kamera. Eigentlich sollte daraus ein größeres Filmporträt werde, das leider nicht fertig gestellt werden konnte. Aus den rund acht Stunden Filmmaterial hat Oberlander 45 Minuten ausgesucht. "Das ist natürlich ein Fragment, aber dennoch sehenswert", meint der Filmemacher.

Tatsächlich kann man dabei einen gut gelaunten Toni Burghart von einer eher unbekannten Seite erleben: In seiner Wohnung singt der Maler lustige Lieder und rezitiert selbstverfasste Dialekt-Gedichte, Knittelverse, Nonsenslyrik, Kinderreime und seinen "Faust auf Fränkisch" in bunter Folge. Sie offenbaren den ganzen Charme und Witz dieses Nürnberger Originals, das 1971 mit seinem Dürer-Hasen-Hund einem breiten Publikum bekannt wurde.

Im Film spricht Burghart sichtlich amüsiert von diesem Skandal zum Dürer-Jahr, aber auch ganz allgemein über Gott und die Welt. Es macht Spaß, ihm dabei zuzuhören. Und vielleicht wird aus diesem Rohmaterial ja eines Tages doch noch ein richtiger Film. Für die beiden Abende im Planetarium hat sich Oberlander als Ergänzung eine aufwändige Projektion ausgedacht — eine computeranimierte Reise durch die künstlerische Welt von Toni Burghart.

Oberlander hat Erfahrung mit Multi-Media-Projekten: Zum Bahnjubiläum 2010 produzierte er mit Absolventen der Ohm-Hochschule "Vom Adler zum Space Shuttle". Es war die erste Produktion im Planetarium mit den neuen Projektoren. Im Laufe seiner Karriere hat Oberlander, der ein Faible für die Möglichkeiten der digitalen Technik hat, schon vieles ausprobiert. Mit seiner Medienagentur gehörte er in den 90er Jahren zu den ersten Multi-Media-Anbietern in Nürnberg.

Z"Toni Burghart – Maler und Dichter" am 11. Dezember, 20 Uhr, und am 19. Dezember, 19 Uhr, im Planetarium am Plärrer. Karten am Bildungszentrum oder an der Abendkasse im Planetarium.

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