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Die vielen Stimmen von Nürnberg

"Songlines" heißt ein neues Musikprojekt mit vielen Gratis-Konzerten - 05.09.2019 17:10 Uhr

Lasst Blumen sprechen: Auch der japanische Frauenchor „Hanamizuki“ aus Nürnberg nimmt an dem Musikprojekt „Songlines“ teil. © Foto: privat


Ganz bewusst hat sich das Bewerbunsgbüro zur Kultuhauptstadt Europas 2025 dabei für ein niederschwelliges, transkulturelles Angebot entschieden, das zugleich musikalische Visitenkarte und Stadtplan sein soll. Dabei können sogar alteingesessene Nürnbergerinnen und Nürnberger neue Hörerfahrungen machen: Mit von der Partie sind unter anderem der Demenzchor "Sing ein Lied. . . !", verschiedene Cover-Bands, ein deutsch-japanischer Kinderchor, die junge Sängerin Elena Steri, der Dialektsänger Udo Lang und der altgediente Songpoet Ernst Schultz ("Ihre Kinder"). Es gibt aber auch Tänze und Musik aus Russland sowie Rap-Songs von Hamudie Saleh aus Palästina und Ahmed Al Rifai aus Syrien. Hans-Joachim Wagner, Leiter des Kulturhauptstadt-Bewerbungsbüros, spricht von einem "zentralen Projekt", das die Grundideen des Nürnberger Bewerbung beispielhaft sichtbar mache. Das Stichwort heißt Bürgerbeteiligung.

Auch Jürgen Markwirth, als Chef des Nürnberger Amtes für Kultur und Freizwit auch für die Kulturläden zuständig, findet an den "Songlines" Gefallen: "Musikmachen und Singen gehören zu den Hauptaktivitäten in den Kulturläden. Das Projekt rückt die ganze Stadt in den Fokus und macht die große Vielfalt der Szene hörbar."

Entwickelt wird das Projekt von der Kölner Musikdramaturgin und Kunstkuratorin Beate Schüler ("Lucid Dream"), die sich dabei von den australischen "Songlines", wie die uralten, musikalischen Landkarten der Aborigines genannt werden, inspirieren ließ. Geschichte und Gegenwart habe man dabei gleichermaßen im Blick. Das Projekt soll keine Eintagsfliege bleiben, sondern im Idealfall bis zum Jahr 2025 mit wechselnden Partnern fortgesetzt werden. Laut Schüler sind bereits Kooperationen mit der Musikhochschule und den Internationalen Orgelwoche in Planung. So soll der musikalische Stadtplan Nürnbergs nach und nach immer komplexer und vielsstimmiger werden: Jung und Alt, Männer, Frauen und Kinder, Profis und Amateure, Chöre, Bands, Einzelinterpreten, Vertreter der verschiedensten Stilrichtungen, Alteingesessene, Zugereiste und Asylbewerber – sie alle tragen zum speziellen Nürnberg-Klangbild bei und sollen künftig zu hören sein.

Ergänzt wird das Projekt durch einen eigenen Internet-Auftritt und Informationen in den Sozialen Medien. Das Wochenende Ende September soll deutlich machen, wohin die musikalische Reise gehen soll.

Dazu gehört auch eine Busreise im wörtlichen Sinne: Ein Shuttle-Bus verbindet die verschiedenen Spielorte, da es nur 50 Sitzplätze gibt, werden die Tickets verlost. Der Eintritt für die Konzerte ist frei, ausgenommen der Auftritt der griechisch-türkischen Gruppe Ägäis Connection am 27. September in der Villa Leon.

 

Info: www.songlines.N2025.de 

STEFFEN RADLMAIER

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