Fels in der lokalen Gastro-Landschaft

29.2.2012, 00:00 Uhr
„Brown Sugar“-Geschäftsführerin Barbara Ruland mit einem von Lutz Backes gezeichneten Mick-Jagger-Porträt.

© Harald Sippel „Brown Sugar“-Geschäftsführerin Barbara Ruland mit einem von Lutz Backes gezeichneten Mick-Jagger-Porträt.

Kneipen kommen und gehen - das „Sugar“ bleibt. Auch Barbara Ruland staunt, dass die Gastro-Institution am Königstorgraben 3 so lange durchgehalten hat. Als Geschäftsführerin ist die heute 46-Jährige seit Anfang an dabei. „1987 habe ich das ,Sugar‘ zusammen mit dem Peter von der Disco ,Metal Mania‘ eröffnet, doch der ist nach einem Jahr wieder ausgestiegen. Seither mache ich das allein. Dass das so lange laufen wird, ahnten wir damals natürlich auch nicht.“

Wer das „Sugar“ kennt, weiß, dass hier zu amtlicher Rockbeschallung hart gefeiert wird – und das die ganze Woche hindurch. Der Laden ist ein Fels in der lokalen Gastro-Landschaft: knorrig und ein wenig verwittert zwar, aber irgendwie unzerstörbar. Ein zähes Biest.

„Wir hatten schon auch unsere Aufs und Abs“, blickt Barbara Ruland zurück. „Phasen, in denen wir überlegt haben, ob es nicht doch besser wäre, einfach zuzusperren. Aber wir sind hartnäckig, haben uns jedes mal wieder aufgerafft und uns neue Aktionen ausgedacht.“ Live-Bands zum Beispiel, die bis heute von Zeit zu Zeit immer mal wieder donnerstags und bei freiem Eintritt ins „Sugar“ locken. Die Übertragungen der Club-Spiele, zu denen traditionell der Grill angworfen wird. Oder das Lochbier, eine Idee, die aus dem Film „Der Volltreffer“ gemopst wurde: Ein Loch unten in eine Bierdose schlagen, ansetzen, oben aufreißen und dann in einem Zug...

Von Vorteil ist es natürlich, dass die Rockszene traditionell sehr wertkonservativ ist. Wer auf den Ort und den Sound steht, will gar nicht, dass sich da groß etwas ändert. Die Jahre überlebt hat auch die kollektive Begeisterung des 20-köpfigen Teams für die Rolling Stones – das Café heißt schließlich nicht ohne Grund „Brown Sugar“ nach dem gleichnamigen Song der britischen Rocklegende. Sogar das Kneipenlogo ist der legendären Stones-Zunge nachempfunden.

Abende mit Rammstein

Höhepunkte in 25 Jahren? Barbara Ruland winkt ab: „Ach, da gab es so viele. Die Abende mit Rammstein und den Starköchen Stefan Marquard und Ralf Zacherl, die Party zum 20-Jährigen, die Festivals, die wir früher in Pottenstein veranstaltet haben ...“

Selbstredend wird nun auch das 25-Jährige gebührend gefeiert. Los geht’s am morgigen Donnerstag mit einem Konzert der Symphonic Metal-Band Black Daffodils (Beginn 21 Uhr). Am Freitag ist ab 22 Uhr der Acoustic-Rocker Hank Davison zu Gast.

Am Samstag wird der Nürnberger Karikaturist und Schnellzeichner Lutz Backes alias Bubec ab 21.30 Uhr seine Staffelei aufstellen und die Gäste portraitieren – der Mann, der seinerzeit unter anderem das Puma-Logo entworfen hat.

Mehr Informationen über das Brown Sugar in unserer Rubrik Essen und Trinken!

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