Gefeierter Auftakt des NueJazz-Festivals

9.11.2017, 14:58 Uhr
Mit enormer Power, Witz und Pathos begeisterte das Sextett Supersonic aus Frankreich.

Mit enormer Power, Witz und Pathos begeisterte das Sextett Supersonic aus Frankreich. © Ludwig Olah/NueJazz

Qualität, Vielfalt und brandaktuelle Strömungen, die gerne auch polarisieren dürfen, dafür steht das Festival, das von den beiden Nürnberger Jazz-Musikern Frank Wuppinger und Marco Kühnl organisiert wird. Schon am ausverkauften Eröffnungsabend bewiesen die beiden Programm-Macher, dass sie ein Gespür für so belebende wie spannende Konzert-Kombinationen haben. Den Auftakt machte das bestens aufeinander eingestimmte Trio des in New York lebenden israelischen Pianisten Shai Maestro. Er, sein Landsmann Ziv Ravitz am Schlagzeug und der Peruaner Jorge Roeder am Bass brauchen keine Setliste. Bei ihnen steht die Improvisation im Vordergrund. So kann das Publikum quasi beim Aufbau der Stücke zuhören. Das sympathische Trio groovt sich mit Leichtigkeit ein, zusehends wird da Spannung aufgebaut und das Spiel verdichtet. Bei aller Komplexität wirkt das nie angestrengt. Mitunter entstehen da zarte, melodiöse Balladenmomente, und das Publikum nimmt die Einladung zum Summ-Along gerne an.

Das Trio um den Pianisten Shai Maestro eröffnete das Nürnberger NueJazz-Festival.

Das Trio um den Pianisten Shai Maestro eröffnete das Nürnberger NueJazz-Festival. © Ludwig Olah/NueJazz

Das absolute Kontrast- und Überraschungsprogramm dazu liefert danach der Saxophonist Thomas de Pourquery aus Frankreich. Mit seinem hyperaktiven, bläsersatten  Supersonic-Sextett geht der Saxophonist ab wie eine Rakete. Schräg, witzig und erfrischend anders bewegt sich die Musik irgendwo zwischen Punk-Jazz und Pathos, ironischem Kitsch und dem psychedelischen Soundkosmos von Sun Ra.

Am Donnerstag, 9. November, bringt der Berliner Schlagzeuger Max Andrzejewski mit seinem Quartett Hütte und dem Homegrown Organic Gospel Choir in der Kulturwerkstadt Auf AEG Gospel und Avantgarde-Jazz zusammen. Die seltene Kombi Akkordeon und Schlagzeug präsentieren dann die Franzosen Vincent Peirani und Émile Parisien. Am Freitag, 10. November, zieht NueJazz ins Opernhaus — mit dem israelischen Ausnahme-Trompeter Avishai Cohnen und dem New Yorker Schlagzeuger Mark Guiliana. Am Samstag, 11. November, setzt unter anderem der Gitarrist Matthew Stevens ein Highlight Auf AEG, danach steigt bis zum Morgengrauen die "5 Jahre NueJazz Party" im Foyer. Das Big-Band-Abschlusskonzert gestaltet am Sonntag, 12. November, das Christian Elsässer Jazz Orchestra.

 

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