Hansfried Defet wird 90 und beschenkt das Neue Museum

16.9.2016, 16:08 Uhr

Der Name Defet steht für jahrzehntelanges unermüdliches Engagement für die zeitgenössische Kunst in Nürnberg. Etlichen Künstlern half das Sammlerpaar auf den Karriereweg und wurde für das Neue Musem außerdem zum "größten Wohltäter", wie Thomas Heyden, Kurator und stellvertretender Museumsleiter, betont.

Am Anfang der Defetschen Kunstleidenschaft stand ein Werk von Oskar Koller, "Oranges Haus", dessen Erwerb den Grundstein für die Sammlung legte, die in den nächsten Jahrzehnten kontinuierlich wuchs. 1965 gründete das Paar seine eigene Galerie, 1971 initiierte man gemeinsam mit Karl Prantl das "Symposium Urbanum", das zum großen Aufreger in der Stadt wurde. Kunst im öffentlichen Raum fand erst in späteren Jahren Anerkennung.

Als das Neue Museum in Nürnberg im Jahr 2000 eröffnet wurde, erwiesen sich Marianne und Hansfried Defet als großzügige Stifter und schenken dem Haus 130 Werke aus ihrer hochkarätigen Sammlung. Entscheidend dafür war auch die enge Verbundenheit mit dem Gründungsdirektor des Hauses, Lucius Grisebach. 2004 ermöglichte eine weitere Schenkung die Eröffnung des Skulpturengartens neben dem Museum.

Immer wieder kamen in den folgenden Jahren weitere Werke aus der Sammlung Defet ins Museum. Und nun macht Hansfried Defet, dessen Frau 2008 im Alter von 82 Jahren gestorben ist, anlässlich seines 90. Geburtstages dem Haus erneut eine großzügige Schenkung. Insgesamt 50 Werke, teils von namhaften Künstlern wie Günter Fruhtrunk, Werner Knaupp oder Gotthard Graubner, aber auch von ihren jüngeren Kollegen, wie Gerhard Mayer, Andreas Oehlert, Susanne Roth, Gisela Kleinlein, die alle in der Region beheimatet oder aufgewachsen sind und die Defet nicht weniger am Herzen liegen. Allerjüngste, mit gerade 26 Jahren, ist Lea von Wintzingerode, ehemalige Defet-Stipendiatin, von der nun zwei Bilder in den Museumsbestand übergehen.

"Alles muss gezeigt werden" - das war die einzige Maßgabe von Hansfried Defet für die Präsentation seiner Schenkung. Und dass Kurator Thomas Heyden nichts lieber getan hat, als diesen Wunsch zu erfüllen, das sieht man der Ausstellung auf den ersten Blick an. Sie ist wunderbar gelungen, mit schönen, stimmigen Verbindungen und voller Überraschungen. Zu sehen ist Ausstellung, die insgesamt neun Sammlungsräume einnimmt bereits jetzt. Die offizielle Eröffnung ist am Geburtstag von Hansfried Defet, am Dienstag um 18 Uhr - natürlich im Beisein des Stifters

 

 

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