Hier haust die Kunst: "Künstlerhaus soll fit werden für die Zukunft"

23.1.2017, 15:47 Uhr
Durch die Tür, die Matthias Strobel hier aufhält, gelangt man vom Künstlerhaus in den Kulturgarten. Im hinteren Teil des denkmalgeschützten Hauses sollen ab Mitte nächsten Jahres die Arbeiten für den dritten Bauabschnitt beginnen. Die Generalsanierung des Kulturzentrums am Königstorgraben wird damit abgeschlossen. Sie startete 1996 mit dem Mittelteil, im Jahr 2000 war dann der vordere Teil samt neuem (damals heftig umstrittenem) Glasbau an der Reihe.

Durch die Tür, die Matthias Strobel hier aufhält, gelangt man vom Künstlerhaus in den Kulturgarten. Im hinteren Teil des denkmalgeschützten Hauses sollen ab Mitte nächsten Jahres die Arbeiten für den dritten Bauabschnitt beginnen. Die Generalsanierung des Kulturzentrums am Königstorgraben wird damit abgeschlossen. Sie startete 1996 mit dem Mittelteil, im Jahr 2000 war dann der vordere Teil samt neuem (damals heftig umstrittenem) Glasbau an der Reihe. © Foto: Eduard Weigert

Herr Strobel, zwischen Stadtratsbeschluss und dem Baubeginn im hinteren Teil des Künstlerhauses liegen fast zehn Jahre. Warum dauert das so lange?

Matthias Strobel: Letztendlich war das eine Frage fehlender Personalkapazitäten beim Hochbauamt. Aus diesem Grund ruhten die Planungen zwischen 2012 und 2015. Mit der Wiederaufnahme und Verpflichtung des Münchner Architekturbüros Nagler wurde auf Grundlage der im Kulturausschuss beschlossenen Ziele ein Raumkonzept für den Umbau entwickelt. Manche Diskussion, wie zum Beispiel über die Verlagerung des Zentralcafés, hatten wir – dies nur als Erinnerung — auch 2011 schon geführt und im Kulturausschuss bereits entschieden.

 

Und wann genau geht es nun tatsächlich los?

Strobel: Nach dem jetzigen Zeitplan wird alles dafür getan, damit wir im Sommer 2018 beginnen können. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich zwei Jahre dauern. In dieser Zeit wird der vom Umbau betroffene, hintere Teil des Hauses nicht nutzbar sein. Im vorderen Teil läuft der Betrieb so normal wie möglich weiter.

 

Was die Baukosten anbelangt, kursiert seit langem die Summe von 24 Millionen Euro. Gibt es inzwischen frischere Zahlen?

Strobel: Nein, neuere Zahlen gibt es noch nicht. Man kann lediglich sagen, dass die Kosten im zweistelligen Millionenbereich liegen werden.

 

Können Sie zur Erinnerung noch einmal zusammenfassen, was sich verändern wird. . .

Strobel: Es gibt da dieses Sprichwort aus dem italienischen Roman „Der Leopard“: „Wenn wir wollen, dass alles so bleibt wie es ist, dann muss sich alles verändern.“ Das könnte man als Überschrift über den dritten Bauabschnitt setzen. Wenn wir also wollen, dass die „Offenen Werkstätten“ weiterhin offen für alle bleiben, müssen wir die Arbeitssicherheit verbessern; wenn wir wollen, dass im Künstlerhaus weiterhin Veranstaltungen stattfinden, müssen wir die Räume danach ausrichten; wenn wir wollen, dass weiterhin viele, viele Menschen in dieses Haus kommen, brauchen wir eine Erschließung mit neuer Eingangssituation. So ließe sich die Reihe fortsetzen. Letztendlich geht es um Brandschutzmaßnahmen, Verbesserung der Raumstruktur, die Beseitigung funktionaler Mängel, etwa was Lautstärken angeht, oder einen Lastenaufzug. Der „Charme“ des Hauses soll gewahrt werden. Wir wollen keine Luxussanierung. Das würde dem Haus nicht stehen. Unterm Strich: Das Künstlerhaus soll fit gemacht werden für die Zukunft.

 

Also keine Behelfsrenovierung für die nächsten paar Jahre?

Strobel: Nein, wir sanieren für die nächsten 20, 30 Jahre. Da lautet die Frage auch: Wie schaffe ich Voraussetzungen dafür, dass in einer weiten Zukunft Entwicklungen möglich sind? Wir wissen nicht, was eine spätere Betreiber-Generation machen möchte, aber wir wollen ihr die Möglichkeiten offen halten. Das ist ein ganz wesentliches Ziel für dieses Haus, das schließlich eines der größten Kulturzentren Europas ist. . .

 

. . .und von der Vielfalt lebt. . .

Strobel: Vielfalt ist ein ganz wichtiges Stichwort, einerseits was das Profil und Angebot des Hauses angeht. Film, Theater, Tanz, Bildende Kunst, Festivals, Werkstätten und Musik — wir haben das nicht nur alles nebeneinander, sondern miteinander verschränkt. Quasi das KunstKulturQuartier im Kleinen. Und das alles auf sehr professionellem Niveau. Vielfalt gibt es aber auch beim Publikum. Beide Formen der Vielfalt möchten wir erhalten und die Voraussetzungen dafür verbessern.

 

Gab es einen Austausch zwischen Florian Nagler, dem Münchner Architekten des dritten Bauabschnitts, und den von den Baumaßnahmen betroffenen Nutzern im Haus?

Strobel: Natürlich. Kaum war er berufen, hat er sich zuerst dem Haus vorgestellt und später seine ersten Ideen kommuniziert. Da gibt es einen regen beständigen Austausch.

 

Aber konkrete Pläne liegen noch nicht auf dem Tisch?

Strobel: Es gibt „Raumstrukturpläne“. Wir sind gerade dabei, die einzelnen Bereiche konkreter zu fassen. Wir fragen die Nutzer, was sie brauchen, was verbessert werden muss. Man geht aufeinander zu und wägt ab. Keine Gruppe und kein Angebot soll und wird herausfallen.

 

 

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