Klappe . . . und Action!

27.9.2014, 10:00 Uhr
Raffael und Felix drehen einen Krimi für das Jugendfilmfestival. Auf den Fotos seht ihr Szenen, die in der Gerichtsmedizin und auf dem Containerbahnhof spielen. Wer Hilfe bei seinem Film braucht, kann sich an eines der Jugend-Medienzentren wie das Connect in Fürth oder das Parabol in Nürnberg wenden.

© Anna Jane Brooks Raffael und Felix drehen einen Krimi für das Jugendfilmfestival. Auf den Fotos seht ihr Szenen, die in der Gerichtsmedizin und auf dem Containerbahnhof spielen. Wer Hilfe bei seinem Film braucht, kann sich an eines der Jugend-Medienzentren wie das Connect in Fürth oder das Parabol in Nürnberg wenden.

Er ist gerade mal 17 Jahre alt, aber beim Thema Film macht Max Schweiger keiner etwas vor. Mit elf hielt der Nürnberger im Jugendhaus Quibble zum ersten Mal einen Camcorder in der Hand. „Seitdem lässt mich das Filmen nicht mehr los“, sagt der Schüler. „Damals habe ich viel rumprobiert.“

Inzwischen arbeitet Max beim Fürther Online-Sender „EasYoung-TV“ mit und produziert mit Studierenden aus Nürnberg und Ansbach Kurz- und Imagefilme für gemeinnützige Organisationen. „Alles, was ich dabei verdiene, stecke ich sofort in neue Filmprojekte“, sagt er.

Max (auf dem obersten Foto mit Kamera) konnte eine Drehgenehmigung in der Anatomie der Uni in Erlangen ergattern. Dort filmte er seine Szenen, die in der Gerichtsmedizin spielen.

Max (auf dem obersten Foto mit Kamera) konnte eine Drehgenehmigung in der Anatomie der Uni in Erlangen ergattern. Dort filmte er seine Szenen, die in der Gerichtsmedizin spielen. © Fotos: privat

Gerade läuft sein bislang größtes Projekt, bei dem er Produzent, Regisseur und Kameramann in einer Person ist: ein Krimi für das Jufife. Bereits vor einem Jahr schrieb seine Schulkameradin Hanna Quitterer (17) das Drehbuch für den Film „Belong“. Darin ermitteln zwei Kommissare in einem Mordfall.

Ein Hauptverdächtiger ist schnell gefunden, doch aus Mangel an Beweisen wird dieser wieder freigelassen. Die Freundin des jugendlichen Opfers macht sich indes selbst auf die Suche nach dem Mörder, wobei sie erkennt, dass ihr Freund nicht der war, für den sie ihn hielt.

Hier seht ihr eine Seite des Drehbuchs. Wenn ihr auch gerade eines schreibt, achtet schon jetzt darauf, dass sich eure Ideen umsetzen lassen.

Hier seht ihr eine Seite des Drehbuchs. Wenn ihr auch gerade eines schreibt, achtet schon jetzt darauf, dass sich eure Ideen umsetzen lassen. © privat

Für seinen Film konnte Max professionelle Schauspieler gewinnen, unter anderem vom Staatstheater Nürnberg. „Ich habe ganz dreist Agenturen kontaktiert und meine privaten Kontakte genutzt“, erklärt der 17-Jährige. Besonders angenehm fand er die Arbeit mit den Profis, da diese wussten, worauf es ankommt und auf Kleinigkeiten achteten.

Schwierig: die Orga

Das Schlimmste an der Filmproduktion ist für Max die Organisation: Es gilt, Drehgenehmigungen einzuholen, die Teamverpflegung und das Kamera-Equipment zu organisieren und den Film über Facebook zu promoten. Besonders schwierig ist die Finanzierung des Films, noch immer fehlen ihm einige Sponsoren. „Für die ganze Organisation habe ich bereits 600 E-Mails geschrieben“, sagt er kopfschüttelnd.

Dafür macht ihm die Arbeit am Set umso mehr Spaß. Ein besonderes Highlight für das Team gab es gleich am ersten Drehtag. Max hatte es mit seiner selbstbewussten Art geschafft, eine Drehgenehmigung in der Anatomie der Uni in Erlangen zu ergattern.

Direkte Konkurrenz bekommt Max von Raffael Barth und Felix Gerhardt. Denn auch die beiden 18-jährigen Nürnberger wagen sich bei ihrem ersten Großprojekt an einen Krimi. Zuvor hat das Team, das sich „Ralix“ nennt, erste Erfahrungen bei Videos für den eigenen YouTube-Channel gesammelt.

Stressig: Film und Abi

Die beiden Freunde teilen sich die Aufgaben bei ihrem ersten 30-Minüter: Während Raffael als Produktionsleiter die Organisation übernahm, führte Felix Regie. Gemeinsam entwickelten sie noch voll im Abitur-Stress das Drehbuch. In ihrer Geschichte mit dem Titel „Mord im Weckla“ ermitteln zwei Kommissare wegen eines Mordes an einer Menschenrechtlerin – dabei wird einer der beiden selbst tatverdächtig.

Direkt nach ihren Prüfungen legten die beiden Filmemacher mit dem Dreh los. Acht Tage am Stück standen sie mit ihrem zwölfköpfigen Team am Set. In der Postproduktion ist auch noch genug zu tun: Schnitt, Farbkorrekturen, Vertonung und die musikalische Untermalung ihres Werkes.

„Die größte Herausforderung ist die Verantwortung, alles unter einen Hut zu bringen“, erzählt Raffael. „Wenn um 14 Uhr beim Drehtermin nicht alles steht, leidet das ganze Team darunter.“ Dabei sind manche Faktoren unberechenbar. So sprang ein professioneller Kameramann wegen eines bezahlten Auftrags kurz vor Drehbeginn ab. „So lernt man, schnell zu improvisieren“, sagt Felix.

Bei der Sponsorensuche hieß es für die Abiturienten: Türklinken putzen. „Wir haben uns Hemden angezogen und sind einfach losgegangen“, erzählt Raffael. Tatsächlich konnten sie mit ihrer Strategie einige Firmen dazu bewegen, Equipment und Geld zur Verfügung zu stellen.

Auch in „Mord im Weckla“ spielen Profis mit. Die Suche hatte jedoch Tücken, erklärt Regisseur Felix: „Teilweise gab es da richtige Diven, die nicht mit anderen vor die Kamera wollten.“ Rückblickend würden die beiden einiges anders machen, zum Beispiel mehr Assistenten ins Team holen.

 

 

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