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Kommentar zur Kulturhauptstadt: Die EU muss handeln

Reformen sind unerlässlich - 12.01.2021 10:12 Uhr

Chemnitz wird Deutschland als europäische Kulturhauptstadt 2025 vertreten.

11.01.2021 © Jan Woitas, dpa


Fakt ist, dass es dem Auswahlverfahren an Transparenz fehlt. Fraglich ist, ob die Absichtserklärung der Kulturminister, sich bei der EU-Kommission für die Stärkung eines transparenten Auswahlprozesses einzusetzen, Früchte tragen wird.


Kulturhauptstadt-Verfahren: Intransparentes Millionenspiel


Eine Reform ist bitternötig – damit dieser Wettbewerb eine starke Marke bleibt und damit alle, die daran teilnehmen, die Sicherheit haben können, dass sie eine echte Chance auf den Titel haben – durch gute Leistungen, nicht durch gute Beziehungen. Zwei Aspekte muss man bei den Vorwürfen gegen das Verfahren auseinanderhalten: Die inhaltliche Kritik am System, an den schwammigen Auswahlkriterien oder am Rotationsverfahren, wonach jede Nation im festgelegten Rhythmus die Kulturhauptstadt stellen darf.

Dieses Karussell hat sich nach 35 Jahren einfach totgelaufen. Reformen sind dringend nötig. Mindestens genauso wichtig ist es aber, mehr Nachvollziehbarkeit in den Prozess zu bringen – von der Auswahl der Jurymitglieder bis hin zu deren Entscheidungen. Das alles muss künftig sehr viel offener kommuniziert werden. Es gibt viel zu tun. Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt 2025 haben die Minister zahlreiche Gelegenheiten, darauf hinzuwirken.

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Auch für Chemnitz war ihre Debatte vor der endgültigen Entscheidung wichtig und richtig. Ebenso wie das klare Bekenntnis jetzt. Denn keinem ist gedient, wenn Deutschland mit einer angeschlagenen Kulturhauptstadt ins Jubeljahr geht.

Birgit Ruf Feuilleton Nürnberger Nachrichten E-Mail

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