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Konzert trotz Corona: Berliner Band spielt hinter Plexiglas

Milliarden musiziert im VW-Bus vor einzelnen Zuschauern - 28.02.2021 15:14 Uhr

Die Musiker Johannes Aue und Ben Hartmann (v.l.n.r.) von der Berliner Band "Milliarden" bauten einen Sprinter zu einem mobilen Konzert-Club um.

28.02.2021 © @milliardenmusik/@bastianbochinski


Ben Hartmann und Johannes Aue von der Berliner Rock-Band Milliarden veröffentlichten am 5. Februar diesen Jahres ihr neues Album "Schuldig". Doch zu diesem Release gab es nicht, wie sonst üblich, eine große Release-Party. Im Livestream konnten Fans den Berliner Jungs am Tag der Veröffentlichung online bei der ersten Präsentation der neuen Songs lauschen.


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Während der Entstehung des Albums entschieden sich die Musiker auch im Frühjahr auf große Deutschland-Tournee zu gehen, doch Corona machte den Plänen der Berliner einen Strich durch die Rechnung. Mitte Januar mussten die Künstler ihre geplante Tour absagen, ließen aber auf Instagram verlauten, dass sie trotzdem musizieren wollen und an einer Alternative tüfteln. So entstand die Idee für die "Kleinster Club der Wert"-Tournee.

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Eins-Zu-Eins-Konzerte im Sprinter

Aue und Hartmann schufen sich ihre eigene Konzertstätte, die den Corona-Beschränkungen entspricht: Ein umgebauter VW-Sprinter, mit einem Sofa auf der einen und den Künstlern auf der anderen Seite des Wagens. Immer nur ein Fan wird bei den Mini-Konzerten bespielt, dabei sind die Zuhörer mit einer Plexiglasscheibe von den Künstlern getrennt. Mit Mikrofonen und Lautsprechern können sie der Musik von Milliarden lauschen und auch mit den beiden Künstlern sprechen. Geschmückt haben die Musiker den Bus gemeinsam mit ihren Freunden mit Tour-Postern, Lichterketten und Papier-Rosen. Zwischen den Konzerten desinfizierte die Band den "Gastraum" und lüftete gründlich durch.

Konzerttickets gab es für diese Auftritte nicht zu kaufen, die Fans konnten sich im Voraus für die Konzerte in ihrer jeweiligen Stadt melden, anschließend losten die Musiker ihre Zuschauerschaft aus. Ab dem 8. Februar tourte der Sprinter der beiden Künstler sechs Tage durch Deutschland. Aue und Hartmann spielten von Hamburg bis nach München über 30 Eins-Zu-Eins-Konzerte und legten in ihrem Van über 2000 Kilometer zurück. Nach ihrer Tournee bedankten sich "Milliarden" bei ihren Fans auf Instagram und schrieben: "Egal ob einer oder viele, die Geste zählt. Lasst uns in der Krise sensibel werden und Wege finden, in der Isolation aufeinander zuzugehen."

US-Late-Night-Shows berichten über "Milliarden"

Die kreative Idee, trotz des Lockdowns Konzerte zu spielen um Fans ein Lächeln zu bescheren und um die eigene Kreativität aufrechtzuerhalten der Berliner Band ging sogar um die Welt. Die US-Amerikanischen Late Night Shows von Jimmy Fallon und James Corden berichteten über die "German Rock Band and their Van". Die Hosts scherzten über die "Kleinster-Club-der-Welt"-Tour, dass diese eher aussieht, als würden sie ihre Fans im Lieferwagen kidnappen wollen.

Nach der Tour bedankten sich Aue und Hartmann via Instagram bei allen Fans und kündigten an "Wir sehen uns 2022. Spätestens!"

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