Montag, 21.10.2019

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Künstlerin des Monats: Lara Ermer aus Fürth

Eine der erfolgreichsten Poetry-Slammerinnen der Region - 15.03.2019 11:15 Uhr

„Die herkömmliche Lesung hat keinen Mehrwert mehr“, sagt die junge Poetry-Slammerin Lara Ermer aus Fürth. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Im November erhielt die Lyrikerin, Poetry-Slammerin, Veranstalterin und Kultur-Aktivistin Lara Ermer den Kulturförderpreis der Stadt Fürth, jetzt gibt es mit dem Titel der Künstlerin des Monats schon die nächste Auszeichnung. Es läuft für die 1996 in Fürth geborene Künstlerin. Kein Wunder, gehört sie doch zu den erfolgreichsten Poetry-Slammerinen der Region. Seit sie bereits in der Schule Gedichte und Lieder für den Schulchor schrieb und 2013 an ihrem ersten Poetry-Slam teilgenommen hat, legte sie in der gut vernetzten Szene der Dichter-Wettstreite und interdisziplinären Leseabende eine beeindruckende Karriere hin: 2014 wurde sie Fränkische U20-Vizemeisterin im Poetry Slam, im folgenden Jahr Fränkische U20-Meisterin, 2016 dann Bayerische U20-Vizemeisterin. Außerdem ist sie bei den deutschsprachigen U20-Meisterschaften — im Feld der besten jungen Kollegen aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg — bis ins Halbfinale vorgerückt.

"Ich schreibe ehrlich und persönlich, Texte, die auch mal weh tun. Ich mag Tabubrüche und das Unerwartbare, da habe ich eine gute Bandbreite. Ich liebe die Interaktion mit dem Publikum, mal will ich es zum Lachen, mal zum Schweigen bringen. Jedes Mal ist die Stimmung anders, dadurch ist auch das Risiko größer, das gefällt mir. Wenige meiner Texte sind einfach nur albern. Mein lustigster ist der zum Thema Menstruation. Und ich möchte gern dem Sterben seine Schwere nehmen", sagt Ermer, die rund 15 Poetry-Slam-Auftritte pro Monat im gesamten deutschsprachigen Raum hat. Was sie daran so mag? "Die herkömmliche Lesung, in der ein Autor an einem Tisch sein Buch aufklappt, hat in Zeiten von Podcasts und der absoluten Verfügbarkeit von Literatur keinen Mehrwert mehr. Ein Slam hingegen bezieht das Publikum mit ein. Slammer sind sehr nahbar. Texte sind viel besser, wenn sie gesehen werden. Deshalb wird es von mir auch kein Buch mit meinen Texten geben."

Workshops an Schulen

Das vielleicht nicht, dafür organisiert und moderiert sie aber seit 2015 einige eigene Veranstaltungsformate. So veranstaltet sie regelmäßige Charity-Slams, deren Erlös wohltätigen Zwecken zu Gute kommt, ist Organisatorin und Moderatorin des Poetry-Slams in Schwabach und Mitbegründerin der monatlichen Fürther Lesebühne "Rooftop Stories".

Neben eigenen Auftritten und organisatorischen Tätigkeiten gibt Lara Ermer auch Workshops an Schulen und öffentlichen Einrichtungen in kreativem Schreiben und Performance. Und nebenher hat sie ein Studium der Psychologie in Erlangen absolviert. "Ich habe praktisch im Zug studiert und meine Hausarbeiten im ICE geschrieben", sagt Ermer, die schon während des Studiums von Auftritt zu Auftritt gereist ist. Bald steht ein ziemlich nahegelegener an: Am 30. März moderiert die Künstlerin des Monats den 1. Fürther Science-Slam im Fraunhofer Entwicklungszentrum.

nn

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