Leistungsschau der Bühnen

6.6.2007, 00:00 Uhr
Szene aus Georg Schmiedleitners Inszenierung des Bürgerkriegsdramas «Verbrennungen», mit dem das Nürnberger Schauspiel in Fürth gastiert. Das Foto von Christian Oberlander ist Teil einer Ausstellung.

Szene aus Georg Schmiedleitners Inszenierung des Bürgerkriegsdramas «Verbrennungen», mit dem das Nürnberger Schauspiel in Fürth gastiert. Das Foto von Christian Oberlander ist Teil einer Ausstellung.

Der Nürnberger Medienkünstler Christian Oberlander hat seine Arbeit schon gemacht: Drei Monate lang war er mit seiner Kamera in ganz Bayern unterwegs, um Impressionen dieser vielfältigen Theaterlandschaft zu sammeln. Auf der Bühne und hinter den Kulissen suchte Oberlander nach elementaren Ausdrucksformen des Theaters. Das ebenso spannende wie reizvolle Ergebnis dieser Recherche zeigt die Ausstellung «Theaterbild und Bildtheater» im Fürther Stadttheater. Ein paar Beispiele sind auf dieser Seite zu sehen.

Die Fotos, die nicht einfach Inszenierungen abbilden, machen Lust aufs Theater - und gerade das ist ja auch das Ziel der bayerischen Leistungsschau, die ursprünglich von August Everding ins Leben gerufen wurde. Inzwischen finden die Bayerischen Theatertage, die jedes Jahr an einem anderen Ort zu Gast sind, bereits zum 25. Mal statt. Neben Stadt- und Staatstheatern präsentieren sich bei dem Festival auch freie Gruppen. Klassiker sind ebenso zu sehen wie aktuelle Gegenwartsdramen.

Los geht es am 9. Juni mit einem Gastspiel der Münchner Kammerspiele: Im Stadttheater steht der gefeierte Liederabend «Denn alle Lust will Ewigkeit» von Franz Wittenbrink auf dem Plan. Zu hören sind todestrunkene Lieder von Schubert bis zu den Beatles.

Ebenfalls aus München kommt das Bayerische Staatsschauspiel mit Lessings Trauerspiel «Philotas» (15. Juni). Das Münchner Volkstheater ist mit zwei Schauspielen vertreten: «Liliom» (11. Juni) und «Nachtblind» (12. Juni). Und Ballettfreunde sollten sich den 17. Juni vormerken: Das Staatstheater am Gärtnerplatz zeigt drei Choreographien von Philip Taylor («Goldberg Variationen/Air/Sacred Space»).

Bürgerkrieg und Büchner

Das Nürnberger Schauspiel gastiert mit Georg Schmiedleitners Inszenierung des Bürgerkriegsdramas «Verbrennungen» (16. Juni) und mit dem Stück «Blackbird» (21. Juni) in der Nachbarstadt. Und das Gostner Hoftheater zeigt «Bedtime for Bastards» (21. Juni). Das Theater Erlangen ist mit dem Kinderstück «Hänsel und Gretel» (18. Juni) und dem Musikdrama «Onyx Hotel» (21. Juni) zu Gast. Das Bamberger E.T.A.Hoffmann-Theater gibt sich klassisch - mit Büchners Leonce und Lena» (18. Juni) und Goethes «Faust» (19. Juni).

Dagegen präsentiert das Landestheater Schwaben die moderne Heavy-Metal-Performance «Prometheus Brain Project» nach einem Text von Kerstin Specht mit Musik von Axxis (18. Juni).

Das Landestheater Coburg stellt das viel diskutierte Hitler-Stück «Der Weltmeister» von Herbert Achternbusch (wir berichteten) am 13. Juni zur Diskussion. Ansonsten reicht das Spektrum der Gäste vom Theater Hof bis zum Mainfranken Theater Würzburg, von Augsburg bis Ingolstadt. Einen eigenen Schwerpunkt im Programm bilden die Stücke für Kinder und Jugendliche.

Mit dem «Stadttheater der Zukunft» beschäftigt sich ein Symposium am 22. und 23. Juni. Außerdem gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit vielen Konzerten im eigens aufgestellten Spiegelzelt am Fürther Theaterplatz. Das Festival bildet zugleich einen kulturellen Höhepunkt der 1000-Jahr-Feier von Fürth. Das Festival-Maskottchen, ein weißer Königspudel, soll in den Schaufenstern der Stadt die Neugier wecken.

Die teilnehmenden Bühnen wählen die Stücke für die Theatertage selbst aus. Eine Festival-Jury vergibt zum Abschluss am 24. Juni die Preise für die besten Produktionen. STEFFEN RADLMAIER