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Literatur und Politik beim Erlanger Poetenfest

Über 100 Autorinnen und Autoren kommen Ende August zum Festival - 02.08.2019 13:51 Uhr

Die Lesungen im Erlanger Schlosspark zählen traditionell zu den Höhepunkten des Poetenfestes- © Harald Sippel


  Zum Programm des Festivals, zu dem rund 12 000 Besucherinnen und Besucher erwartet werden, zählen auch die Erlanger Übersetzerwerkstatt, Ausstellungen, Filme und ein Programm für Kinder und Familien.

Eine Reise durch die junge Lyrik Europas zum Auftakt des 39. Erlanger Poetenfests: Internationale Dichterinnen und Dichter wie Dagmara Kraus, Sinéad Morrissey, Tomasz Różycki, Kārlis Vērdiņš und die Herausgeber Federico Italiano und Jan Wagner stellen in der "Grand Tour" (29.8., 20 Uhr) die Vielfalt der Dichter und Sprachen Europas vor.

Kurz zuvor wird Theresia Prammer für ihr übersetzerisches und essayistisches Werk sowie für ihre Verdienste als Kuratorin und Literaturvermittlerin der "Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung" verliehen.

Der zweite Poetenfest-Abend (30.8., 20 Uhr) ist der Schriftstellerin Monika Maron gewidmet, die mit Dirk Kruse über Leben und Werk sowie über ihren vielbeachteten neuen Roman spricht. Mit Ulrike Draesner, einer der profiliertesten und vielseitigsten Schriftstellerinnen deutscher Sprache, unterhält sich Maike Albath (31.8., 19:30 Uhr) und zum Abschluss des Poetenfests trifft Cornelia Zetzsche mit dem aus dem irakischen Kurdistan stammenden Bachtyar Ali den bekanntesten zeitgenössischen Autor seiner Heimat (1.9., 19:30 Uhr).

An den langen Lesenachmittagen im Schlossgarten (31.8. und 1.9.) werden im halbstündigen Rhythmus aus ihren Neuerscheinungen vortragen: die Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises Birgit Birnbacher, Jan Brandt, Jan Peter Bremer, Helene Bukowski, Kenah Cusanit, Gerhard Falkner, Karin Fellner, Norbert Gstrein, Maren Kames, Gertraud Klemm, Karen Köhler, Simone Lappert, Andreas Maier, Ursula März, Christiane Neudecker, Lola Randl, Jaroslav Rudiš, Burkhard Spinnen, David Wagner und Henning Ziebritzki.

Genau vor 500 Jahren segelte Magellan zum ersten Mal um die Welt. Raoul Schrott hat darüber einen Roman geschrieben und spricht mit der Kulturwissenschaftlerin Gloria Meynen über Weltaneignung und Globalisierung. Abbas Khider wirft einen satirischen Blick auf die deutsche Gesellschaft und deren Sprache und Armin Nassehi versucht in seinem aktuellen Buch eine soziologische Theorie der digitalen Gesellschaft zu begründen.

Für Kinder und Jugendliche lesen Christina Erbertz, Mario Fesler, Bob Konrad, Martin Muser, Elinor Weise, Nina Weger und Martina Wildner. Beim aktuellen Podium diskutieren in diesem Jahr Jürgen Altmann, Heiner Bielefeldt, Nana Brink und Herfried Münkler über Aufrüstung, autonome Waffen und Kriegsführung der Zukunft – "Neue Waffen für die Welt!". "Klimakrise – Ein Wandel muss her!" lautet der Titel der von Nana Brink moderierten Sonntagsmatinee mit Thomas Holzmann, Elmar Kriegler, Eva Leipprand und Roda Verheyen.

Bei "Kampfzone – Über die Verrohung von Sprache und Gesellschaft" diskutieren Ines Geipel und Christian Schüle mit Herbert Heinzelmann. Ilko-Sascha Kowalczuk, Thomas Rosenlöcher und Susanne Schädlich untersuchen mit Florian Felix Weyh Deutschlands Osten und seine Entwicklung im dreißigsten Jahr des Mauerfalls. Der Untergang des Wohnbaukonzerns "Neue Heimat" in den 80er Jahren und dessen Folgen für die Gemeinwirtschaft ist Gegenstand eines Gesprächs mit Klaus Englert und Dirk Schubert.

Über einen Nazi-Henker zwischen Fiktion und Recherche tauschen sich Martin Beyer, der mit seinem Klagenfurt-Beitrag große Teile der Jury empörte, und Roland Ernst in "Das Böse als Held" aus. Gisela von Wysocki, deren legendäres Buch "Die Fröste der Freiheit" eine ganze Frauengeneration beeinflusste, spricht mit Verena Auffermann über das Denken und das Leben. 

nn

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