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"Neuland: Ich, wir und die Digitalisierung": Neue Sonderausstellung

Museum für Kommunikation beleuchtet Licht- und Schattenseiten der Digitalisierung - 27.10.2020 18:09 Uhr

"Neuland: Ich, wir und die Digitalisierung": Neue Ausstellung im Museum für Kommunikation

27.10.2020 © Roland Fengler, NNZ


Ein alter Schiffskompass, ein Liebesbrief, geschrieben vor über 150 Jahren, ein Ölbild, das eine Passkontrolle in der Postkutschenzeit zeigt, die letzte Ausgabe des Brockhaus-Universallexikons: Während andere Ausstellungen mit einer Fülle ungewöhnlicher oder besonders wertvoller Exponate beeindrucken, gibt es hier gerade mal eine Handvoll typischer Objekte zu entdecken.

Sie stehen für die analoge Welt und bilden hier quasi Gegenpole zu dem, was sich seit dem Aufkommen des Internets entwickelt hat - von der Möglichkeit, Schlüsseldaten zur körperlichen Fitness zu verfolgen, über Partnerschaftsportale bis zum harten Schlagabtausch in politischen Streitfragen und der bewussten Streuung von Falschmeldungen.

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Im Germanischen Nationalmuseum, Spielzeugmuseum oder den Lochgefängnissen war wohl fast jeder Nürnberger schon einmal. Neben den großen und bekannten Museen Nürnbergs bietet die Stadt aber noch eine Reihe kleiner und besonderer Ausstellungen. Wir haben uns auf die Suche nach ihnen gemacht.


Weil sich all das kaum mit markanten Objekten veranschaulichen lässt, "ist unsere Ausstellung schon ziemlich textlastig", räumt Tine Nowak von der Museumsstiftung Post und Kommunikation ein. Sie ist eine der drei Kuratorinnen. Deshalb, berichtet sie von den Erfahrungen an der ersten Station in Frankfurt, "verbringen die Besucher entweder relativ wenig oder mehr Zeit als üblich in unserer Ausstellung".

Mitmachstationen im Fokus

Aus der Not haben sie jedoch durch eine abwechslungsreiche Gestaltung eine Tugend gemacht: Da gibt es "Twitter-Stationen", an denen Fachleute ihre Erkenntnisse in knackig-kurze Statements packen. An drehbaren Tafeln werden Modewörter und Fachbegriffe verständlich erklären und über QR-Codes lassen sich ebenso lehrreiche wie amüsante Videos abrufen. Schließlich regen vor allem Mitmachstationen dazu an, sich Gedanken über das eigene Verhalten im Netz zu machen. Ein großer Schattenbaum macht sinnfällig, dass zumindest den allermeisten bestenfalls ein kleiner, oberflächlicher Teil der immensen Datenmengen und -sammlungen bewusst ist.

Gegliedert ist die mit Unterstützung der Nemetschek Stiftung erarbeitete Schau in die Bereiche Identität &Profil, Kommunikation Diskurs, Optimierung & Vermessung, Beziehungen und Wissen & Orientierung. Für die Nürnberger Präsentation, die bis Ende April kommenden Jahres laufen soll, wurde "#neuland: Ich, wir & die Digitalisierung" noch einmal gezielt um Stationen mit Bezug zur Corona-Pandemie ergänzt. Die wiederum als Pfad durch die Dauerausstellung angelegt wurden. "Das Thema Maske zum Beispiel fügt sich ideal in unsere Abteilung zur Mimik", so Museumsleiterin Annabelle Hornung. Das umfangreiche Begleitprogramm umfasst - zum Thema passend, aber auch angesichts womöglich drohender erneuter Einschränkungen - auch viele Online-Angebote.

Zwei Termine sind im Rahmen des Nürnberg Digital Festivals angesetzt, das vom 9. bis 17. November läuft. Alle Infos unter nuernberg.digital.de.


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