Donnerstag, 06.05.2021

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NN-Kunstpreis nimmt Fahrt auf

Fast 1600 Werke wurden eingereicht - die Jury hat sie jetzt gesichtet - 05.05.2021 07:44 Uhr

Die Mitglieder der Jury: Vorsitzende Julia Lehner (Mitte) neben den Verlegerinnen Sabine Schnell-Pleyer (li) und Bärbel Schnell. Unten die beiden Künstler Stefan Schindler (li.) und Johannes Vetter. Redakteurin Birgit Ruf (oben re.) neben Birgit Stocker und Katja Voß, den beiden Mitarbeiterinnen im NN-Büro für Kulturelle Anliegen.

29.04.2021


"Bin ich glücklich, dass ich mit Holz arbeite und nicht mit Computern", sagte Stefan Schindler schmunzelnd nach seiner ersten Video-Konferenz überhaupt. Als Hauptpreisträger des letztjährigen NN-Kunstpreises waren der Erlanger Bildhauer und der im Landkreis Ansbach lebende Maler Johannes Vetter in die diesjährige Juryrunde eingeladen worden, die – wie so vieles derzeit – nur online möglich war.



Beide Künstler zeigten sich nach dem Sichtungsmarathon tief beeindruckt von der Vielfalt und Qualität der Werke. "Ich war bereits in einigen Jurys, aber in diesem Umfang und in dieser Güte habe ich das noch nicht erlebt", meinte Vetter.

"Keine leichte Aufgabe"

Für Schindler offenbarte sich zudem in vielen Arbeiten eine große Tiefgründigkeit, was sicher auch auf die Erfahrungen der seit über einem Jahr andauernden Pandemie zurückzuführen sei. Dem Bildhauer, dem wichtig ist, dass der Kunst etwas Wahrhaftiges innewohnt, hat das gefallen. Er betonte zugleich die Verantwortung als Juror. "Man urteilt über Arbeiten, die einem Menschen sehr viel bedeuten. Das ist absolut keine leichte Aufgabe." Für NN-Redakteurin Birgit Ruf, seit diesem Jahr fest in der Jury, ist es daher umso wichtiger, dass die Auswahl wirklich vollkommen anonym erfolgt. "Nur das Werk zählt, nicht der Name."

Von der Vielfalt der eingereichten Werke waren auch die Verlegerinnen Bärbel Schnell und Sabine Schnell-Pleyer überrascht. "Es waren sehr coole Positionen dabei. Und die Kreativität in den Materialkombinationen ist erstaunlich. Das hat richtig Spaß gemacht", sagte Schnell-Pleyer.

Ein wichtiges Signal

Bärbel Schnell schloss sich dem Urteil an und war zudem sehr angetan davon, dass unter den insgesamt 1592 Einreichungen von 684 Kunstschaffenden auch die Bildhauer und die Gold- und Silberschmiede weit stärker als in den letzten Jahren vertreten waren. Ihr und ihrer Schwester sei es ein Herzensanliegen, dass der Kunstpreis gerade in den für Künstler besonders schwierigen Zeiten der Pandemie vergeben wird. Beide sind zudem optimistisch, dass auch die Ausstellung im Kunsthaus wie geplant stattfinden kann. Im ersten Corona-Jahr 2020 hat das bekanntlich trotz Abstands- und Hygieneauflagen bestens funktioniert, die Besucher waren durchweg begeistert.

Für die Jury-Vorsitzende Julia Lehner ist der NN-Kunstpreis 2021 mehr denn je ein wichtiges Signal an die Kunstschaffenden. Sie sei dem Verlag sehr, sehr dankbar für sein anhaltend großzügiges Engagement. Wie unterstützenswert die regionale Szene sei, hätten auch die diesjährigen Bewerbungen gezeigt. "Es waren viele Überraschungen und neue Positionen dabei." Die Zurückgezogenheit, in die Corona viele Künstler gezwungen hat, habe offenbar auch einen Kreativitätsschub bewirkt.

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