24°

Samstag, 08.08.2020

|

zum Thema

Nürnberg: "Mein Mögeldorf" geht in die letzte Runde

Das Pop-Up-Projekt endet mit einer kleinen Open-Air-Ausstellung - 09.07.2020 15:38 Uhr

Abschlussinstallation des Pop-Up-Projekts „Mein Mögeldorf“, zu sehen bis 22. Juli auf dem Mögeldorfer Kirchweihplatz an der Satzinger Mühle.

© Ralf Rödel


Die Open-Air-Schau in Form von Infotafeln an roten Gitterkästen ist gleichzeitig der Abschluss der verschiedenen Pop-Up-Installationen, die seit September letzten Jahres unter der Überschrift "Mein Mögeldorf" an verschiedenen Stellen im Stadtteil zu sehen waren.

Hinter dem Projekt stecken das Museum Industriekultur und der umtriebige Bürger- und Geschichtsverein Mögeldorf e. V., Anlass dazu war unter anderem das anstehende 1000-jährige Jubiläum der Ortschaft, die seit 1899 ein Stadtteil von Nürnberg ist. Die ein wenig versteckt liegende Abschluss-Ausstellung auf dem Kirchweihplatz kann noch bis 22. Juli besucht werden.

Die dort gezeigten Infotafeln werfen Schlaglichter auf die Geschichte des Sports, der Kirchweih und der Schule in Mögeldorf. Da erfährt man etwa, dass hier in der Östlichen Außenstadt und nicht etwa beim gleichnamigen Café am Hallertor in der Innenstadt die "Schnepperschützen" zu Hause sind: 1857 wurde die "Stahlbogengesellschaft" gegründet, die sich dem Schießen mit der leichten, klassischen Armbrust verschrieben hatte.

Handschuhe für Max Schmeling

Ein Global-Player in Sachen Sport war die im Stadtteil beheimatete Eisengießerei Kaspar Berg. Die stellte ab 1924 nicht nur Hanteln, Kugeln und Gewichte her, sondern allerlei Gerätschaften für die Leichtathletik. So stammte etwa der Ball, der 1954 beim Endspiel der Fußball-WM im Wankdorfstadion rollte ("Das Wunder von Bern"), aus Mögeldorfer Fertigung; ebenso die Boxhandschuhe, die Max Schmeling 1936 in dem legendären Kampf gegen Joe Louis trug. 1992 musste die Firma Berg ihre Produktion in Nürnberg einstellen.

Zum Thema Kirchweih weiß die Ausstellung auf der grünen Wiese zu berichten, dass dem Rat der Stadt Nürnberg schon im ausklingenden Mittelalter zu Ohren kam, dass es auf der Mögeldorfer Kirchweih "ärger zugeht als an anderen Orten". Seit 1996 wird die Kerwa-Tradition in dem Stadtteil wieder gepflegt – nach den korrekten, antiseptischen Vorgaben unserer Zeit mit "unfallsicherem Kerwabaum" und "schaf-freiem Betzentanz".

gnad

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Kultur