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Online und nur eine Stunde: Die Bachwoche Ansbach plant heuer anders

Das Motto des Festivals vom 30. Juli bis 8. August ist "wunderliche variationes" - 22.04.2021 17:05 Uhr

Einer der bekanntesten Geiger der Welt und ein Pionier der historischen Aufführungspraxis kommt zur Bachwoche Ansbach, bei der er bereits 1975 auftrat: Gidon Kremer.

22.04.2021 © Rainer Weisflog/imago


Es ist ein Comeback mit Ausrufezeichen. Nach 45 Jahren kehrt die Geiger-Ikone Gidon Kremer in diesem Sommer wieder zurück zur Bachwoche Ansbach. Dort war im Jahr 1975 eine wichtige Station, wo der damals sowjetische, inzwischen litauisch-deutsche Musiker seine Karriere auf den Konzertpodien der westlichen Welt begonnen hat.

Bekannt für ihre emotionsgeladenen Interpretationen: Die Geigerin Arabella Steinbacher. Sie ist einer der Stars bei der Bachwoche Ansbach 2021.

22.04.2021 © imago/Rüdiger Wölk


Das Motto des Festivals, das vom 30. Juli bis 8. August dauert, lautet „wunderliche variationes“. Das bezieht sich auf die Zeit des jungen Bach in Arnstadt, wo er seine erste Organistenstelle hatte und einen vierwöchigen Urlaub in Lübeck zu Studienzwecken unerlaubt auf vier Monate ausdehnte.

Bach studierte dort das Orgelspiel von Dietrich Buxtehude. Als er zurückkam, bekam er Ärger, man warf ihm vor, sein Orgelspiel sei nicht mehr dasselbe, er habe "in dem Choral viele wunderliche variationes gemachet".

Neben Gidon Kremer hat Bachwochen-Intendant Andreas Bomba weitere renommierte Bach-Interpreten aus aller Welt eingeladen. Dazu zählen Angela Hewitt (Klavier), Arabella Steinbacher (Violine) oder Dirigent Hans-Christoph Rademann.

Früher wurde er als Klavier-Wunderkind vermarktet; mit 29 Jahren ist er längst künstlerisch gereift und gibt in diesem Sommer sein Debüt bei der Ansbacher Bachwoche: Kit Armstrong.

22.04.2021 © Michel Neumeister/Imago


Ihre Ansbacher Debüts geben der Pianist Kit Armstrong, Francesco Piemontesi oder Yulianna Avdeeva sowie der Pariser Organist Olivier Latry.

Darüber hinaus treten neben anderen der Perkussionist Simone Rubino, das Barockorchester La Cetra unter Andrea Marcon und der Windsbacher Knabenchor mit dem Freiburger Barockorchester auf.

Der französische Organist Olivier Latry ist international gefragt, hier sitzt er an einem Instrument in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh, im Sommer kommt er zur Bachwoche nach Ansbach.

22.04.2021 © imago/xinhua


"Die Bachwoche Ansbach hat schon 1947 bei ihrer ersten Austragung in Pommersfelden die Menschen mit Mut, Hoffnung und Zuversicht erfüllt“. Dies wolle man nun mit den Besuchern zusammen neu erleben, so Intendant Bomba.

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Die Bachwoche in Ansbach: Ein Festival mit Tradition

Die Bachwoche in Ansbach widmet sich dem Leben und Werk Johann Sebastian Bachs. Das Festival für Kenner findet bereits seit 1947 statt.


Wegen der Corona-Pandemie werden die Konzertprogramme etwa eine Stunde dauern und ohne Pause sein. Um fehlende Saalkapazitäten auszugleichen finden Wiederholungen statt. Anstelle von Konzerteinführungen wird täglich um 15 Uhr eine „Bach-Sprechstunde“ mit Gesprächen, Vorträgen und Musik angeboten.

Pausieren müssen 2021 hingegen Veranstaltungen wie die „Landpartie“, „Ansbach singt“ und „Ansbach klingt“ ebenso wie die Workshops für Kinder und Jugendliche.

Eine feste Burg bei der Bachwoche Ansbach: Der Windsbacher Knabenchor unter seinem künstlerischen Leiter Martin Lehmann.

22.04.2021 © Mila Pavan


Außerdem habe man dieses Mal bewusst auf ein gedrucktes Programm verzichtet, das in kürzester Zeit schon nicht mehr aktuell sein könnte, so Bomba.

Karten können ausschließlich schriftlich bestellt werden, ein Bestellformular wird online angeboten. Die Geschäftsstelle der Bachwoche in Ansbach ist für Publikumsverkehr derzeit nicht geöffnet, jedoch vormittags telefonisch sowie per Mail erreichbar. Ab dem 23. April ist das Programm auf der Homepage der Bachwoche zu sehen (www.bachwoche.de).

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