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Peter Lindbergh ist tot

Der deutsche Starfotograf starb im Alter von 74 Jahren - 04.09.2019 17:07 Uhr

Fotograf Peter Lindbergh 2017 in der Münchner Ausstellung "From fashion to reality" vor seinem Foto "White Shirts (Class of '88)". © Felix Hörhager/dpa


Sie ließen sich gern von ihm fotografieren, auch ungeschminkt: Naomi Campbell, Linda Evangelista, Tatjana Patitz, Cindy Crawford und Helene Fischer. Peter Lindbergh schuf ästhetische Atmosphären, die teils düster waren, stets aber waren sie beeindruckend und ausdrucksstark. Lindbergh ging es stets um den Blick auf den Menschen, auch wenn er den Mythos des "Supermodels" mitbegründet hat. Man habe ihn zum Modefotografen erkoren, dabei habe er sich nie als solcher empfunden, wie er in einem Interview erklärte. Ihm seien die Seelen der Menschen wichtig, in die er versuche so tief wie möglich zu blicken.

Mode-Guru Karl Lagerfeld schrieb einmal über Lindberghs Fotos: "Die Mode spielt darin nie die Hauptrolle." Auch waren es seine Natürlichkeit, Offenheit und Fröhlichkeit, die ihn zum Lieblingsfotografen vieler Models machten. Die Deutsche Nadja Auermann mutmaßte einmal, er habe wohl "als Kind die Sonne verschluckt". Und Charlize Theron, die südafrikanisch-amerikanische Schauspielerin, würdigte ihn nach seinem Tod auf Twitter nicht nur als Genie, als einen absoluten Meister, der sein Handwerk beherrschte, sondern als einen Mann voller Wärme und Freundlichkeit.

Lindbergh wurde am 23. November 1944 als Peter Brodbeck geboren. Aufgewachsen in Duisburg-Rheinhausen, machte er eine Lehre als Schaufensterdekorateur, belegte später einen Zeichenkurs an der Kunsthochschule in Berlin und studierte freie Malerei in Krefeld. Zur Fotografie kam er eher durch Zufall erst relativ spät, mit 27 Jahren.

Lindbergh war ein Weltenbummler. Er pendelte zwischen Los Angeles, New York und Paris, wo er sich Zuhause fühlte. Zusammengearbeitet hat er mit allen berühmten Modedesignern der Welt. Er hat ihre Kollektionen fotografiert, darunter Giorgio Armani, Jil Sander, Prada und Calvin Klein.

Seine Fotos waren in Ausstellungen zu sehen, erschienen etwa in den Magazinen "Vogue" und "Harper’s Bazaar" oder in prächtigen Fotobänden, wie "Images of Women" oder "10 Women".

Für Peter Lindbergh war die Kamera kein Arbeitsinstrument mehr. Sie sei gewissermaßen ein Körperteil von ihm, sagte er einmal. 

dpa

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