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Schließzeit gut genutzt

5.000 Objekte aus dem Bestand wurden digital fotografiert - 30.07.2020 15:17 Uhr

Sammlungsleiterin Angelilka Hofmann transportiert eine antike Vase zur mobilen Fotostation. Foto Frank P. Bär, GNM

© Frank P. Bär


Eine digitale Erfassung von Museumsobjekten ist zeitaufwendig: Inventarnummern werden abgeglichen, Angaben von alten Karteikarten überprüft und gegebenenfalls korrigiert, bevor sie in die Datenbank einfließen. Idealerweise ergänzen hochwertige Fotoaufnahmen die Einträge. Um diese anzufertigen, werden Objekte normalerweise einzeln von der Wand beziehungsweise aus den Vitrinen genommen und in das hausinterne Fotostudio zum Ablichten gebracht. Aus Rücksicht auf Besucher finden solche Tätigkeiten meist montags statt.

Die zweimonatige Schließzeit brachte neue Möglichkeiten. In den besucherleeren Ausstellungsräumen wurden mobile Fotostationen aufgebaut. Die langen Wege zum Fotoatelier entfielen, was Zeit sparte. Mehrere solcher Stationen gab es zeitgleich in verschiedenen Räumen. Vorinstallierte Kameras und Lampen sorgten für einen zügigen Ablauf. Jede Kamera war mit einem Laptop verbunden, die Aufnahmen wurden direkt in die Datenbank importiert und waren noch am selben Tag online abrufbar.

Personelle Unterstützung gab es durch das Aufsichtspersonal, das durch die Schließung Zeit hatte, dem Digitalisierungsteam zur Hand zu gehen. Auch das beschleunigte den Prozess erheblich.

Mark Fichtner, Leiter der IT-Abteilung, ist mit seinem Team für die Digitalisierung zuständig. Er weiß, dass noch viel Arbeit vor ihm und seinen Kollegen liegt: „Die Prioritäten haben sich mit dem digitalen Wandel der letzten Jahre geändert. Früher hat man nach Bedarf digitalisiert, heute muss man da umfassender denken. Die Digitalisierung bleibt ein fortwährender Prozess, der uns noch viele Jahre beschäftigen wird.“

Die mehrwöchige, geballte Konzentration auf die Digitalisierung brachte einigen Fortschritt. Die gesamte Dauerausstellung zur Ur- und Frühgeschichte, zahlreiche Exponate der Volkskunde und der wissenschaftlichen Instrumente wurden in der Corona-Zeit digital fotografiert – rund 5000 Objekte insgesamt. Für Fichtner jedoch nur der Anfang: „Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Wir wollen die Objekte nämlich nicht einfach nur erfassen, sondern Interessierten einen Zugang zu ihnen ermöglichen.”

Daneben hat das Germanische Nationalmuseum während der Schließzeit ein Blog aufgelegt und seinen Online-Auftritt ausgebaut. Ob eingefleischter Museumsbesucher oder Kultur-Neuling, im GNM für jeden etwas dabei – analog und digital.

http://www.gnm.de

Kathrin Brunner

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