Forschungsprojekt zur Pandemiebekämpfung

Schweißproben bei Rockkonzert: Wie Spürhunde Corona-Infektionen erschnüffeln sollen

16.9.2021, 13:31 Uhr
Vierbeiniger Spezialist in Sachen Corona-Infektion: Ein Forschungshund der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Vierbeiniger Spezialist in Sachen Corona-Infektion: Ein Forschungshund der Tierärztlichen Hochschule Hannover. © via www.imago-images.de

Erstmals in Deutschland sollen Corona-Spürhunde im Praxiseinsatz eine Konzertreihe für ein Forschungsprojekt in Hannover sicherer machen. Ziel sei, "Gefährdungspotenziale herunterzudampfen" - und herauszufinden, ob der Einsatz der Hunde eine Option sei, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler am Donnerstag.

"Es gibt weltweit Interesse an dem Projekt", betonte der CDU-Politiker. Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, sprach von weltweit 26 Studien, die alle ergeben hätten, dass Hunde Corona-Infektionen erschnüffeln könnten.

Die vierteilige Konzertreihe startet am Sonntag mit Fury in the Slaughterhouse auf der Gilde-Parkbühne in Hannover - gesichert von Corona-Spürhunden. Sie wird fortgesetzt mit Rea Garvey, einer Rave-Party und mit Sarah Connor.

Soll bei Rockkonzerten Coronainfizierte erschnüffeln: Spürhund Cordula mit ihrem Hundeführer.

Soll bei Rockkonzerten Coronainfizierte erschnüffeln: Spürhund Cordula mit ihrem Hundeführer. © Moritz Frankenberg

Die Konzertreihe ist Teil des Projekts "Back to Culture" von Tierärztlicher Hochschule Hannover, Hannover Concerts und ProEvent Hannover, das vom Ministerium mit 1,3 Millionen Euro gefördert wird.

Bei Rea Garveys Auftritt in Hannover sind am Sonntag Corona-Spürhunde im Einsatz.

Bei Rea Garveys Auftritt in Hannover sind am Sonntag Corona-Spürhunde im Einsatz.

Jeder Besucher gebe eine Schweißprobe aus der Armbeuge für die Hunde ab, parallel würden Antigen-Schnelltests und PCR-Tests für jeden Besucher gemacht, erklärte Volk. Beim ersten Konzert mit 500 Besuchern sollten fünf bis sechs Hunde im Einsatz sein.

Sarah Connor macht ebenfalls bei dem Corona-Forschungsprojekt mit.

Sarah Connor macht ebenfalls bei dem Corona-Forschungsprojekt mit. © Felix Hörhager

Bereits im Sommer 2020 hatte ein Forscherteam unter Leitung der Tierärztlichen Hochschule eine Studie veröffentlicht, für die acht Spürhunde der Bundeswehr auf Sars-CoV-2 trainiert worden waren. Schon nach achttägigem Training konnten die Hunde von 1012 Speichel- oder Atemwegssekret-Proben 94 Prozent korrekt identifizieren. Es sei die erste Studie überhaupt gewesen, erklärte Volk. Etwa in Helsinki und Dubai kamen Corona-Spürhunde aber schon am Flughafen zum Einsatz.

Lassen auch in Sachen Corona nichts anbrennen: Fury in the Slaughterhouse.

Lassen auch in Sachen Corona nichts anbrennen: Fury in the Slaughterhouse. © Ralf Wilschewski I

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