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Donnerstag, 23.05.2019

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Sky-Serie über den Super-Gau von Tschernobyl

Der Fünfteiler "Chernobyl" erzählt von der Katastrophe von 1986 - 13.05.2019 06:57 Uhr

Emily Watson spielt in "Chernobyl" eine Atomphysikerin, die nach den Ursachen der Katastrophe forscht. © Sky


Es geht um die Fehler der Politik, die verheerenden Auswirkungen auf Mensch und Natur – und um die Männer und Frauen, die heldenhaft versuchten, die Katastrophe einzudämmen. Zu sehen ist „Chernobyl“ ab 14. Mai beim Bezahlsender Sky. 

Die fünfteilige Chronik des Super-Gaus bietet schonungslose, harte Kost mit tristen Bildern. So wie es damals kein Entkommen vor den unsichtbaren Strahlen gab, so gibt es in den jeweils einstündigen Folgen kein Entrinnen – weder vor dem Grauen des Nuklearunglücks noch vor der sowjetrussischen Tristesse, die hier in überzeugende Bilder gepackt wird. 
Bei einer Notfallübung kommt es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer Explosion, und niemand will zunächst wahrhaben, dass der Reaktor selber betroffen ist und Radioaktivität austritt.

Als die Feuerwehrleute des nächstgelegenen Ortes anrücken und ohne jeden Strahlenschutz den Brand mit Wasser löschen wollen, ist ihnen noch nicht klar, welcher Gefahr sie ausgesetzt sind. Die Brände rund um die Unglücksstelle können rasch gelöscht werden, die Flammen im Inneren des Reaktors sind aber erst nach zehn Tagen mittels Stickstoff unter Kontrolle zu bringen. Wenige Stunden nach dem Vorfall bildet die Sowjet-Regierung eine Kommission, um die Schäden einzudämmen und die Ursachen zu bekämpfen, doch die Schutzmaßnahmen für die Menschen vor Ort sind völlig unzureichend: Erst nach Tagen wird die Umgebung der Unglücksstelle evakuiert. 

Im Zentrum der Serie steht der führende sowjetische Atomphysiker Valery Legasov (Jared Harris, bekannt aus „Mad Men“), der im Auftrag des Kremls das Reaktorunglück untersuchen soll. Er erkennt als einer der ersten, welche desaströsen Folgen das Unglück haben wird, doch die Verantwortlichen wollen die Fakten unter den Teppich kehren. Ulana Khomyuk (Emily Watson), ebenfalls Nuklearwissenschaftlerin, forscht dennoch weiter – sie will um jeden Preis verhindern, dass sich eine solche Katastrophe je wiederholt. 

Die Serie erzählt von Menschen, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um noch Schlimmeres zu verhindern, und will die Umstände aufrollen, wie und warum es damals zu der Reaktorexplosion kam. „Chernobyl“ wurde 2018 im litauischen Vilnius gedreht, der Fünfteiler ist das erste Ergebnis einer auf mehrere Jahre angelegten Kooperation des europäischen Pay-TV-Anbieters Sky und des US-Bezahlsenders HBO, der mit Serien wie „Game of Thrones“ Fernsehgeschichte geschrieben hat: 250 Millionen US-Dollar sind für gemeinsame Projekte reserviert.

„Chernobyl“, ab Dienstag, 14. Mai, 20.15 Uhr auf Sky. 

  

CORNELIA WYSTRICHOWSKY

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