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So will Nürnberg Künstlern durch die Corona-Krise helfen

Die Aktion "Bündnis für Kultur" richtet sich an alle Sparten - 10.04.2020 05:44 Uhr

Ob Musiker, bildende Künstler oder Schauspieler: Ihnen allen fehlen momentan Auftrittsmöglichkeiten und damit Geld. Die Stadt Nürnberg will unterstützen. © Foto: colourbox.de


Alle Konzerte abgeblasen, Kinos und Theater verriegelt, Galerien im Dornröschenschlaf: So kreativ viele Künstlerinnen und Künstler darauf reagieren, werden nicht wenige doch in echte Existenznot geraten, sei es persönlich oder mit ihren Projekten – trotz erster Solidaritätsfonds und diverser Appelle, beispielsweise auf die Erstattung von gebuchten Tickets zu verzichten.

Jetzt läuft auch eine Nürnberger Hilfsinitiative an: Für Kunstschaffende in Not aller Sparten hat das Kulturreferat der Stadt kurzfristig ein "Bündnis für Kultur" geschmiedet. "Wir denken vor allem an die sogenannte freie Szene", sagt Kulturreferentin Julia Lehner, "wenn da Gagen, Honorare und Ausstellungsmöglichkeiten wegfallen, können manche in sehr prekäre Situationen geraten".


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Über kurz oder lang sei damit auch "die über Jahrzehnte gewachsene kulturelle Infrastruktur" gefährdet. "Es trifft gerade auch Jüngere, die erst Fuß fassen müssen und ihren Lebensunterhalt zum Teil über Jobs bestreiten, die jetzt einfach wegfallen – wie etwa Führungen oder Ausstellungsaufbauten", erläutert der bildende Künstler Hubertus Hess. "Dass es immer wieder einmal Durststrecken gibt, ist für uns nichts Ungewöhnliches." Aber die aktuelle Lage sei doch besonders bedrohlich.

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Solider Grundstock bereitgestellt

Umso stärker betont das Bündnis jetzt das Miteinander – nicht zuletzt mit Blick auf die Kulturhauptstadt-Bewerbung. Für das Soforthilfeprogramm baut das Kulturreferat auf zwei Partnerschaften. Zum einen mit der Sparkasse Nürnberg. "Wir helfen schon an verschiedenen Punkten, etwa im Bereich der Kinderkultur ebenso wie übrigens auch dem Einzelhandel", unterstreicht Vorstand Matthias Everding. Für das Bündnis stellt das Geldinstitut nun einen Grundstock von 25.000 Euro bereit.

Zweiter Partner ist die Hilfsaktion "Freude für alle" der Nürnberger Nachrichten. Auf Anregung von Leserinnen und Lesern hat sie bereits eine eigene Spendenrunde ins Rollen gebracht, um "corona-bedingte" Härten abzufedern. Zwar hat sie vorrangig von Armut ohnehin besonders betroffene Familien und Alleinstehende im Blick – aber eben auch solche, die erst jetzt in die "Armutsspirale" geraten.

Nun stellt die Aktion ihre Spendenkonten auch für das neue Bündnis zur Verfügung – Überweisungen sollten bitte unbedingt mit dem Vermerk "Kultur" versehen werden. Für bequeme Online-Spenden steht das Portal Gut für Nürnberg zur Verfügung, das die Sparkasse seit rund drei Jahren mit der gemeinnützigen Organisation Betterplace betreibt.

Die Nothilfe ist für freiberufliche Kunst- und Kulturschaffende aller Sparten gedacht, die in Nürnberg wohnhaft oder tätig sind (an Erweiterungen für das Nürnberger Land und weitere Orte wird gearbeitet). Die Verantwortung für die rasche und unbürokratische, aber ebenso sorgsame Verwendung der Zuwendungen wird einer unabhängigen Kommission anvertraut.

So können Sie für Kulturschaffende spenden

Spenden sind bequem und gebührenfrei möglich über die Online-Plattform Gut für Nürnberg sowie – mit dem Stichwort „Kultur“ – über die Aktion „Freude für alle“. Spendenkonten: DE63 7605 0101 0001 1011 11 (Spk. Nürnberg), DE96 7625 0000 0000 2777 72 (Spk. Fürth) und DE28 7635 0000 0000 0639 99 (Spk. Erlangen). Ab 200 Euro werden Zuwendungsbestätigungen ausgestellt. Unterstützungsanträge stehen für Betroffene ab 14. April unter www.nuernbergkultur.de zur Verfügung.


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Wolfgang Heilig-Achneck

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