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Thomas Gottschalk feiert TV-Comeback mit Literaturshow

"Gottschalk liest?": Neue Sendung im Bayerischen Rundfunk - 19.03.2019 22:45 Uhr

Mit einer Literatursendung feiert Thomas Gottschalk sein Comeback im bayerischen Fernsehen. © BR/Oliver Maier


Ansonsten glich auch dieser Versuch des Fernsehens, Literatur zu vermitteln, eher einer Dauerwerbesendung der Buchhändlervereinigung: vorgestellt wurden mit Beurteilungen wie "brillant", "ganz große Oper" oder "noch schöner als Fernsehen" Bücher (Ferdinand von Schirachs "Kaffee und Zigaretten", Sarah Kuttners "Kurt"), die es ohnehin leicht haben werden auf dem Markt und in den Bestsellerlisten.

Inhalte wurden im festgelegten Takt verplaudert, das "Spoilern" angestrengt vermieden. Tiefer in die Materie ging es nie, die dissonante Auseinandersetzung mit einem Werk fand nicht statt, der Verriss schon gleich gar nicht, Widerprüche waren nicht eingeplant, von Abseitigem oder Entdeckungen nicht die Spur.

"Wer für den Erfolg schreibt, ist ein Arsch"

Stattdessen Komplimente für morbiden österreichischen Schmäh (die heimste die vierte im Bunde, Vea Kaiser, für "Rückwärtswalzer" ein); Belehrungen über den Menschen als unbekanntes Wesen ("Man ‚wird’ nicht lesbisch“, funkte Kuttner in den Smalltalk); Launiges von einem trüben Melancholiker ("Das größte Kompliment, dass mir Gottschalk machen kann, ist, dass ich lustig bin," grübelte von Schirach).


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Und die Überheblichkeit von Schriftstellern, die von Auflagen, die in die Hunderttausende gehen, gut leben und deshalb ungeniert sagen können: "Wer für den Erfolg schreibt, ist ein Arsch." Am Ende dann, worauf vielleicht alle gewartet haben: Gottschalk imitierte näselnd Reich-Ranicki, demnach ein Buch alles sein darf, nur nicht langweilig. Das war diese kurzweilige Sendung keineswegs. Wirklich nötig aber auch nicht.

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Bernd Noack

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