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Tut gar nicht weh: Die Kings of Leon zeigen wenig Biss

Die Leidenschaft bleibt, die große Geste fehlt auf dem neuen Album der Rocker. - 08.03.2021 16:10 Uhr

Caleb Collowill von den Kings of Leon beim Berliner Lollapalooza-Festival 2019. 

02.03.2021 © Gregor Fischer, dpa


Die Kings of Leon entwickelten ihren Sound in der 22-jährigen Karriere vom spleenigen Garagenblues hin zum breitbeinigen Rock für die Arenen dieser Welt. Das machte die Band so konsequent, dass mancher Kritiker aus enttäuschter Liebe nach den ersten Alben nicht mehr hörte, was alle anderen hörten: Singles wie „Sex on Fire“ oder „Use Somebody“ schafften es ins Formatradio, waren aber trotzdem noch großartige Songs mit bebenden Gitarren und sehnsuchtsvollen Drums.

Das ist jetzt allerdings schon über zehn Jahre her. Und die Kings of Leon wirkten zuletzt ja sogar selbst ermüdet von ihrem eigenen Sound. Was ihr neues und achtes Album „When You See Yourself“ unterstreicht.

Die US-Rockband Kings of Leon mit Caleb Followill (von links), Matthew Followill, Nathan Followill und Jared Followill .

02.03.2021 © Sony Music


Einzig die Vorabsingle „The Bandit“ fährt einen drängelnden Bass auf, hat ein wenig mehr Dynamik als der Rest dieses Albums. Denn „When You See Yourself“ fehlt die große Geste – jedoch nicht die Leidenschaft. „Stormy Weather“ groovt munter vor sich hin, während „A Wave“ eine verirrte Gitarrenmelodie ausspielt.

Alles im entspannten Midtempo-Rock, der niemandem wehtut. Dazu passen Texte, in denen es um den Lauf der Dinge geht: „A story so old, still so original“ – „eine Geschichte so alt, aber immer noch so originell“. Doch ist das wirklich so?

In einer Welt, in der Künstlerinnen wie Taylor Swift, Beyoncé, Lorde und Billie Eilish die Popmusik quasi im Alleingang definieren, ist eine Band wie Kings of Leon mit ihrem Sound zwar alt, aber nicht mehr originell. (Stichwort: „Haben wir das nicht alles schon von wem anders früher und besser gehört?“). Bei allen passablen Momenten dieses Albums: Vielleicht haben die Kings of Leon dieser Welt auch einfach nichts mehr zu sagen.

 Das Cover des Albums "When You See Yourself" der US-Rockband Kings of Leon

02.03.2021 © Foto: Rca International/Sony Music/dpa


Björn Bischoff

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