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Vergessene Gefühle: Der Odenthal-"Tatort" im Check

In "Die Pfalz von oben" reist die Kommissarin in ihre eigene Vergangenheit - 16.11.2019 17:14 Uhr

Lang ist's her: Stefan Tries (Ben Becker) und Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) begegnen sich in "Die Pfalz von oben" nach knapp 30 Jahren ein zweites Mal. © © SWR/Jacqueline Krause-Burberg


Um was geht's? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) wird in den fiktiven Ort Zarten beordert. Dort, irgendwo in Pfälzisch Sibirien, nahe an der Grenze zu Frankreich, ist ein Beamter bei einer LKW-Kontrolle erschossen worden. Odenthal soll der Sache nachgehen, sowohl was den Mordfall betrifft als auch den aufkommenden Verdacht der Korruption in der Polizeidienststelle.

Was passiert dann? Die Reise ins Outback stellt für die Kommissarin kein Neuland dar. Ganz im Gegenteil, in Zarten löste Odenthal einst einen ihrer ersten Fälle. Damals ganz eng an ihrer Seite: Dorfpolizist Stefan Tries (Ben Becker). Nun sehen sich beide nach all den Jahren wieder und es braucht nicht viel Zeit, bis vergessene Gefühle neu entflammen.

Was sonst so passiert: Odenthal macht nun Dinge, die sie noch nie zuvor in ihrem Leben gemacht hat. Trotz des aufkommenden Durcheinanders im Kopf gelingt es ihr aber, die Ermittlungen im Blick zu behalten. Das ist auch nötig. Schließlich wartet jede Menge Arbeit auf sie und ihre Kollegen, da sich immer mehr abzeichnet, dass man es hier mit einem riesigen Geflecht aus illegalen Machenschaften zu tun hat.

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"Die Pfalz von oben": Der Odenthal-"Tatort" in Bildern

In "Die Pfalz von oben" reist Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) in ihre eigene Vergangenheit. Der Film ist ein Sequel des 1991 ausgestrahlten "Tatorts" "Tod im Häcksler". Damals wie heute an ihrer Seite: Ben Becker als Dorfpolizist Stefan Tries.


Die Geschichte hinter der Geschichte: Der Jubiläumsfall von Lena Odenthal ist ein Sequel der 1991 gesendeten Episode "Tod im Häcksler". Dieser Krimi, von dem einzelne Sequenzen auch in "Die Pfalz von oben" auftauchen, wirbelte seinerzeit viel Staub auf, da sich die Bewohner der Westpfalz darin verunglimpft dargestellt fühlten. Ihre Proteste erreichten sogar den Landtag und Ulrike Folkerts wurde zum Wandern mit dem damaligen Minister Rainer Brüderle geschickt.

Die Beobachtung des Films: Kluge Ermittler, die aufgrund der Umstände ein provisorisches Lager in der Kegelbahn einer Dorfpizzeria aufschlagen müssen und daher weder auf Motivwand noch Schautafel zurückgreifen können, wissen sich zu helfen, indem sie einfach anhand von Kegeln mögliche Tathergänge nachstellen.

Das Aha-Erlebnis des Films: Im pfälzischen Zarten nehmen Tabletten süchtige Polizeibeamte ihre Pillen nicht mit einem Schluck Wasser ein. Sie zerhacken das Medikament und ziehen das dabei entstandene weiße Pulver dann mit einem kräftigen Ruck durch die Nase.

Der gute Rat des Films: Menschen, die immer sagen, sie können so schlecht alleine sein, sollten es vielleicht einfach mal versuchen. "Ist nämlich gar nicht so übel", findet jedenfalls Lena Odenthal.

Der Spruch des Films: "Verein ist Verein. Auch wenn's mal nicht so läuft." So sehen das Fans des FCK, so sehen das sicher auch Fans des FCN.

Die Erkenntnis des Films: Neben dem Bayerisch Sibirien gibt es offenbar auch ein Pfälzisch Sibirien. Es liegt nahe der Grenze zu Frankreich. Laut Zartens Dienststellenleiter Stefan Tries ist das Beste daran die nahe Bundesstraße: "Da biste in einer Stunde in Kaiserlautern, wenn dir mal wieder die Decke auf den Kopf fällt."

Unser Fazit: Der 70. Einsatz von Lena Odenthal ist nach einigen durchwachsenen Episoden endlich wieder ein wirklich runder "Tatort" aus Ludwigshafen und zugleich ein Film, in dem Ulrike Folkerts angenehm natürlich und ausgeruht agiert. Das und die feine Bildsprache kommen Brigitte Berteles Arbeit, in deren Zentrum die Wiederbegegnung zweier Menschen steht, deren Leben ab einem bestimmten Zeitpunkt unterschiedliche Richtungen genommen haben, sehr zugute. Drei plus.

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Michael Rosmann Nordbayern.de E-Mail

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