Von Daddy Cool bis Mama Wutz

Zum Muttertag: Die berühmtesten Mütter und Väter der Welt

9.5.2021, 05:56 Uhr
Blumen und Herzchen sind ein beliebtes Geschenk zum Muttertag.

Blumen und Herzchen sind ein beliebtes Geschenk zum Muttertag. © Robert Michael, dpa

Mamaaa. Der eine Sänger betont das Wort auf der ersten Silbe, der andere auf der zweiten. Beide wollen nicht, dass die Mutti um sie weint. Der eine weiß, dass sie ihn ganz "heiß" liebt. Der andere hat Mist gebaut und einen erschossen. Mama, uhuhu! Na, dämmert's? Wir reden von Heintje und Queen-Sänger Freddie Mercury (Bohemian Rhapsody), den beiden Mamahanserle der 1960er und -70er Jahre.

Daddy Cool. Als Bobby Farrell im Jahr 1976 mit seiner haarigen Brust und seinem weit ausladenden Zicki-Zacki-Tanzstil vors Mikro trat (und gar nicht selber sang), ahnte niemand, dass dieser Song bald in zahlreichen Ländern Platz eins der Charts belegen würde. Natürlich waren auch die drei schicken Disco-Mädels Maizie Williams, Marcia Barrett und Liz Mitchell am Erfolg beteiligt. Boney M. nannte sich die Gruppe. Der Text? Äußerst mager. Auf deutsch: Sie ist verrückt wie eine Irre. Und was ist mit Daddy Cool? Das war's. Daddys sind halt eine wortkarge Spezies.


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Ma Baker. Ebenfalls ein Boney M.-Popsong, der aber einen realen Hintergrund hat. Denn diese Kate "Ma" Barker (im echten Leben mit "r") war eine legendäre US-Kriminelle und Matriarchin einer Bande, die in den 1930er Jahren zahlreiche Morde und Banküberfälle verübte. Ma Barkers Aufgabe war es, die Gang als harmlose Mutter-und-Söhne-Reisegruppe zu tarnen. Schließlich starb sie bei einem Schusswechsel.

Mütterchen Russland und Väterchen Frost

Väterchen Frost. Auf russisch Djed Moros. Ja, das ist die Nervensäge, die uns heuer bis weit in den April hinein heimsuchte. Das ist aber vor allem eine russische Märchenfigur, die aus der slawischen Mythologie stammt und unserem Weihnachtsmann sehr ähnlich ist. Väterchen Frost ist die Personifikation des Winters und bringt den Kindern in der Neujahrsnacht Geschenke. Begleitet wird er dabei von seiner Tochter Snegurotschka, einem Schneemädchen.


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Mütterchen Russland. Diese Figur galt im Zarenreich als die personifizierte Heimat. Nach der Umbildung in den Vielvölkerstaat Sowjetunion wurde sie in "Mutter Heimat" umbetitelt und als solche verehrt. Russen nennen ihr Land schon längst nicht mehr Mütterchen Russland und mögen es auch nicht besonders, wenn Deutsche dies tun. Wir fragen uns trotzdem: Wie wohl die Kinder aussähen, würden Väterchen Frost und Mütterchen Russland gemeinsam Nachkommen zeugen? Wir glauben: Wie Ivan Rebroff, der zwar Berliner war, aber leidenschaftlich gerne mit Pelzmütze und Vollbart auftrat. Oder wie der ebenfalls vollbärtige und ziemlich zerrupfte Rasputin, der wegen seiner Heilkräfte eine sehr enge Verbindung zur Zarenfamilie und außerdem einen äußerst dunklen Lebenswandel hatte.

Vaddern. Er heißt im Film eigentlich Herbert und ist der kiffende Papa von Frank Thiel, dem Kommissar im Münster-Tatort. Vaddern macht, was er will, hält sich nicht an Recht und Gesetz, fährt Taxi, gerne auch mal zu schnell und über Stoppschilder und nervt mit seinen Eskapaden seinen Sohn. Gespielt wird Vaddern vom 82-jährigen Schauspieler Claus Dieter Clausnitzer und zwar seit 19 Jahren.

Mammy. Die loyale, wenn auch unwirsche Sklavin und spätere Hausangestellte in dem Südstaaten-Schmachtfetzen "Vom Winde verweht" wurde von der US-amerikanischen Schauspielerin Hattie McDaniel verkörpert. Als erste afro-amerikanische Künstlerin gewann sie dafür im Jahr 1940 einen Oscar als beste Nebendarstellerin. Seit Langem wird nicht nur der Film heftig kritisiert, weil er die Sklaverei romantisch verklärt, sondern auch die Rolle der "Mammy" in dem von Margaret Mitchell geschriebenen Roman. Als Hattie McDaniel deswegen persönlich angegriffen wurde, verteidigte sie sich: "Warum sollte ich mich beschweren, für eine Wochengage von 700 US-Dollar ein Hausmädchen zu spielen? Wenn ich das nicht täte, wäre ich eines und mein Wochenverdienst läge bei sieben US-Dollar".

Mutter. Das Gegenstück zu einer Schraube. Warum es so heißt? Manche Erklärer sagen: Weil es die Schraube geborgen hält wie die Mutter ein Kind. Andere glauben eher: weil die Mutter die Vaterschraube umklammert hält. Jedenfalls haben alle diese Muttern ein Innengewinde und ziemlich lustige Namen, nämlich: Sechskantmutter, Flügelmutter, Sterngriffmutter, Nutmutter, Kronenmutter, Hutmutter, Käfigmutter, Schnappmutter oder Schweißmutter. So wie Letztere möchten echte Mamas dann lieber doch nicht heißen.

Puff Daddy. Er trägt eigentlich den Namen Sean John Combs und ist ein US-amerikanischer Rapper, Musikproduzent, Schauspieler und Mode-Designer, der sich immer mal wieder andere Pseudonyme zulegte, unter anderem auch Diddy, P. Diddy, Puffy, Swag, Love und Brother Love. Combs galt viele Jahre als einer der bekanntesten US-Musiker. Daddy, Diddy, Puffy – das hat schon was!

Mama Wutz umsorgt das gefräßige Urmel.

Mama Wutz umsorgt das gefräßige Urmel. © Puchner/dpa

Mama Wutz. Eine der beliebtesten Figuren aus dem Kinderbuch-Klassiker "Urmel aus dem Eis". Sie ist das weibliche Hausschwein von Professor Habakuk Tibatong auf der Insel Titiwu und wohnt in einer Tonne neben dem Haus des Professors. Wenn Mama Wutz empört nach Luft schnappt, entfleucht ihr manchmal ein lautes "öff".

Mutterkuchen. Klingt lecker, ist es aber nicht. Zumindest, wenn man dabei an einen Gugelhupf aus Eiern, Zucker, Milch und Mehl denkt. Der Mutterkuchen ist die Plazenta, die das ungeborene Baby über die Nabelschnur mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Vaterkuchen? Existiert in dieser Form nicht. Nur am Vatertag und da ist er meist flüssig und heißt Pils oder Weizen.

Mumifizierte Mutter. Gibt's im Filmklassiker "Psycho" von Alfred Hitchcock für den Bruchteil einer Sekunde zu sehen. Verliert ihren Schrecken, wenn man auf Standby drückt, um sich die Fratze mit Zähnen und Haaren gründlich anzusehen. Gewinnt wieder an Schrecken, wenn die eigenen Kinder – wenn auch nur im Spaß – drohen: "Sei schön brav, Mami, sonst stopf ich dich aus wie Norman Bates seine Mutter."

Gottvater. Der Schöpfer des Himmels und der Erde. Nach jüdischer und christlicher Tradition sind alle Menschen Söhne und Töchter Gottes. Jesus soll seinen Vater in aramäischer Sprache als "Abba", also Papa, angesprochen und mit seinen Jüngern das Vaterunser gebetet haben. Manche Religionen stellen Gottvater eine Erdmutter gegenüber. Unsere umgangssprachliche Mutter Erde wird nicht als Göttin verehrt, sondern als personifizierte Natur.

Mutter Teresa. Leibliche Kinder hatte sie nicht. Agnes Gonxha Bojaxhiu widmete ihre Arbeit als indische Ordensschwester und Missionarin den Armen, Kranken und Sterbenden. Dafür erhielt sie 1979 den Friedensnobelpreis. Sie starb am 5. September 1997 und wurde am 19. Oktober 2003 bereits selig gesprochen.

George Clooney wechselte mit 56 erstmals Windeln.

George Clooney wechselte mit 56 erstmals Windeln. © Ian West, dpa

Alter Vater. Der biblische Abraham wurde angeblich mit 100 Jahren noch Papa. Allerdings hatte da wohl Gottvater seinen Segen gespendet. George Clooney war ein Jungspund dagegen, als er mit 56 erstmals Windeln wechselte. Da war Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone mit 89 schon näher dran am biblischen Alter. Auch Bergkönig Luis Trenker soll mit 96 seine Gene weitergegeben haben. Julio Iglesias Senior war 90, Anthony Quinn stolze 81 und Wissenschaftsjournalist Jean Pütz 74. Gottvater kam aus dem Segnen gar nicht mehr heraus.

Die Mutter aller Schlachten. Der unselige Diktator Saddam Hussein hinterließ uns diese dämliche Redensart, die er 1990 prägte, als der Zweite Golfkrieg bevorstand. Er drohte den USA mit einer gigantischen Schlacht, falls sie sich in die Kuwait-Krise einmischen sollten. Tatsächlich demonstrierten die US-Alliierten sehr bald ihre Überlegenheit und die Redewendung wurde nur noch ins Lächerliche gezogen. Die "Mutter aller..." wurde wie ein geflügeltes Wort populär und sogar im Zusammenhang mit Kirchen, Filmen, Spielen, Fragen oder Puppen verwendet. Media Markt warb mit der "Mutter aller Schnäppchen".

Der bekannteste Sugar-Daddy war sicherlich Hugh Hefner, Gründer und Chefredakteur des Männermagazins

Der bekannteste Sugar-Daddy war sicherlich Hugh Hefner, Gründer und Chefredakteur des Männermagazins "Playboy" und Vater des roten Morgenmantels. © Robert Mora/Getty Images/AFP

Sugar-Daddy. Der bekannteste war sicherlich Hugh Hefner, Gründer und Chefredakteur des Männermagazins "Playboy" und Vater des roten Morgenmantels. Zeitweise lebte er mit sieben Frauen im Alter von 18 bis 28 gleichzeitig zusammen und heiratete 2012 ein 60 Jahre jüngeres Model. Ein echter Sugar-Daddy scheut keine Kosten, um seinem Sugarbabe das Leben zu versüßen. Dafür gibt's – Sex. Vielleicht auch Liebe. Gehorsam wird zumindest erwartet. Es soll übrigens auch Sugar-Mommys geben, also Sponsorinnen, die ihre Toy-Boys verwöhnen.


Alltagsheldin und Multitaskingtalent - Der Muttertag in Zahlen


Mamma Mia. Übersetzt aus dem Italienischen heißt das "meine Mutter", bedeutet aber "Donnerlittchen", "Ei der Daus" oder "Holla, die Waldfee". Es ist auch ein Hit der schwedischen Pop-Gruppe Abba aus dem Jahr 1975. Nicht zu vergessen: eine Musikkomödie, bei der Superstars wie Afrika-Heldin Meryl Streep, Bond-Schönling Pierce Brosnan oder Bridget-Jones-Liebling Colin Firth wie aufgeschreckte Hühner über eine griechische Insel hüpfen. Besonders lustig: der Abspann, in dem sich alle als glitzernde Disco-Nudeln verkleiden.

Die Mutter der Porzellankiste. Ihr Vorname lautet Vorsicht. Sie ist eine Glucke. Eine, die nie einen draufmacht. Natürlich keinen über den Durst trinkt. Nicht über rote Ampeln flitzt. Die Handschuhe anzieht, bevor sie sich die Fingernägel schneidet. Und ohne Helm nicht vor die Haustür tritt. Vielleicht hat sie ein Geburtstrauma erlitten. Denn mal ehrlich: Wer möchte schon eine Kiste gebären?

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