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"Züri brännt": Der "Tatort" aus Zürich

Das Schweizer Fernsehen schickt jetzt ein reines Frauen-Team an den Start - 17.10.2020 13:24 Uhr

Die beiden Ermittlerinnen Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) sowie Staatsanwältin Anita Wegenast (Rachel Braunschweig) mit einem Skelettfund.  

© Sava Hlavacek


Aus der Schweiz kamen bislang nicht gerade die aufregendsten "Tatote". Der etwas gemächliche Reto Flückiger (Stefan Gubser) ermittelte erst am Bodensee, dann in Luzern und seit 2011 im Team mit Liz Ritschard (Delia Mayer). Nicht selten landeten die beiden ganz hinten auf der TV-Quoten-Liste der "Tatorte".

Kellerkind mag das Schweizer Fernsehen nicht länger sein, und legt sich dafür mit der ambitionierten Startfolge "Züri brännt" gehörig ins Zeug. Es tauscht nicht nur die Kommissare durch ein reines Frauen-Team aus, sondern auch den Schauplatz und packt in die erste Folge gleich zwei Fälle – einen aus der Zeit der Schweizer Jugendrevolte in den 1980ern (jawohl, die gab es!), einen von heute. Eine leider für das Sehvergnügen etwas zu komplexe Gemengelage. Man muss höllisch aufpassen, um bei den, sagen wir, wandlungsfähigen Protagonisten nicht den Überblick zu verlieren.

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"Sie oder ich!"

Nun also Zürich. Und zwei Frauen, zwischen denen es kracht am Gewitterhimmel über den Alpen: Tessa Ott (Carol Schuler) ist Fallanalytikerin. Wichtig für ihre Einstellung war aber wohl auch die einflussreiche Mama, von der sich die karrierebewusste Staatsanwältin Anita Wegenast (Rachel Braunschweig) noch einiges für sich selbst erhofft.

Also stellt sie die Junge an die Seite von Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher), Juristin aus einer Arbeiterfamilie, mit Erfahrungen am internationalen Gerichtshof in Den Haag. Die ist mehr als angefressen ob dieser Entscheidung, sie mit einer "Kaffeesatzleserin" und völlig unerfahrenen Ermittlerin zu behelligen. Eine interessante Figuren-Konstellation, mit Verve gespielt von den zumindest hierzulande unbekannten Darstellerinnen.

"Du zynisches Arschloch" nennt die empathische, aufbrausende Ott die kühle Blonde mit dem ausgeprägten französischen Akzent, die so oft aus unerfindlichen Gründen lacht. Das Duzen bleibt einseitig, Grandjean beharrlich beim befehlstonmäßigen „Ott“ und der klaren Botschaft an die Chefs: "Sie oder ich!" Bis die zwei eingespielt sind, fließt noch viel Wasser die Limmat runter. Ihnen dabei zuzuschauen, könnte spannend werden.

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