Laser rettet Augen

17.5.2011, 16:00 Uhr
Besonders junge Patienten profitieren von dieser sanften Lasertechnik, mit der sich der gefährliche Grüne Star erfolgreich behandeln lässt: Sie können auf ansonsten lebenslang nötige Augentropfen verzichten.

Besonders junge Patienten profitieren von dieser sanften Lasertechnik, mit der sich der gefährliche Grüne Star erfolgreich behandeln lässt: Sie können auf ansonsten lebenslang nötige Augentropfen verzichten. © DOC

„Das ist eine sanfte Revolution“, schwärmt der Augenarzt Dr. Armin Scharrer. „Die Ergebnisse sind grandios.“ Er meint damit eine Behandlung des Grünen Stars, die — so versichert er — genau so ist, wie sich das Patienten und Krankenkassen wünschen: wirksam, unkompliziert und auch noch preiswert.

Der Fürther Armin Scharrer ist Präsident des Internationalen Kongresses der Deutschen Ophtalmochirurgen, der am Donnerstag in Nürnberg beginnt. Dort wird die neu entwickelte Behandlung des Grünen Stars mit einem Speziallaser eines der wichtigen Themen sein.

Denn der Grüne Star, bei dem sich vor allem im höheren Lebensalter der Augeninnendruck erhöht, ist eine Volkskrankheit: In der Bundesrepublik sind fünf Millionen Menschen akut gefährdet, rund eine Million müssen behandelt werden und bei 500000 Menschen ist der Sehnerv bereits geschädigt. Wird das Leiden nicht rechtzeitig behandelt, droht Erblindung — bei 50000 Deutschen ist das der Fall. Die Zahl kann durchaus noch steigen, denn nur die Hälfte der Menschen mit Grünem Star weiß um diese Gefährdung.

Denn das Leiden verursacht lange Zeit keine Beschwerden; deshalb sollten Patienten nach dem 40. Geburtstag alle zwei Jahre Augeninnendruck und Sehnerv untersuchen lassen. Fällt der Befund positiv aus, gab es bisher zwei Möglichkeiten: Entweder täglich Augentropfen nehmen, die das Problem beheben. Oder, falls sie wirkungslos bleiben, ein aufwendiger chirurgischer Eingriff.

Wasser fließt ab

Deutlich eleganter hilft da die SLT, hinter der sich der Begriff „Selektive Laser-Trabekuloplastik“ verbirgt. Mit einem Speziallaser lockert der Augenchirurg die Zellen rund um die Pupille, das Trabekelmaschenwerk, auf. Dabei entsteht außerdem eine Substanz, die zur Reinigung dieser Augenregion beiträgt. Anschließend kann das im Auge gebildete Wasser besser abfließen.

Das ist, so verspricht Armin Scharrer, in zwei Minuten erledigt, tut nicht weh und hilft immerhin bei etwa 80 Prozent der Patienten. Risiken oder Nebenwirkungen sind derzeit nicht bekannt; zudem sind die Kosten so niedrig, dass sie sich aus den eingesparten Ausgaben für die nicht eben billigen Tropfen binnen kurzem amortisieren. Und: „Das Ganze kann man wiederholen“, falls die Wirkung nicht lang anhaltend sein sollte, sondern nach ein bis drei Jahren nachlässt. Für Scharrer löst die SLT besonders, aber nicht nur, bei jüngeren Patienten die konventionelle Tropfenbehandlung ab; zum einen nimmt nicht jeder Patient diese Augenmedikamente auch zuverlässig, zum anderen können sie besonders bei jahrelangem Gebrauch auch Nebenwirkungen haben. Nach der SLT aber sind nur noch regelmäßige Kontrollen nötig — ansonsten ist das Problem abgehakt.