Samstag, 28.11.2020

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Läufe am Brombachsee und in Pleinfeld vor dem Aus

In Corona-Zeiten gibt es dicke Fragezeichen hinter X-Mas-Marathon und Silvesterlauf - 20.11.2020 14:20 Uhr

Auf die Plätze, fertig, los? Auch die Starts für den Nachwuchs beim Pleinfelder Silvesterlauf (hier ein Bild von 2019) sind in Corona-Zeiten eher unwahrscheinlich.

19.11.2020 © Foto: Uwe Mühling


Und trotzdem beklagt die Läuferszene ein verschenktes Jahr. "Es brodelt", beschreibt Michael Snehotta, der zahlreiche Laufevents in der Region organisiert, die Atmosphäre unter den Sportlern. "Langsam kippt die Stimmung. Die Leute verstehen nicht, warum in ihrem Sport, der sie gesund hält und der an der frischen Luft ausgeübt wird, keine Wettkämpfe mehr stattfinden dürfen."

Auch Snehotta bedauert das. Für den 12. Dezember hatte er eigentlich einen "X-Mas-Marathon" rund um den Kleinen Brombachsee geplant. Ob der stattfinden kann, ist fraglicher denn je.

Ausweichtermin im Februar

"Nächste Woche wird die endgültige Entscheidung fallen. Es hängt natürlich vor allem davon ab, welche Maßnahmen die Ministerpräsidentenkonferenz dann beschließt". Weder die Äußerungen maßgeblicher Politiker noch die Entwicklung der Pandemie lassen jedoch momentan darauf schließen, dass es Lockerungen geben könnte. Deswegen hat der Pfofelder bereits einen Ausweichtermin Ende Februar im Kopf – auch wenn Weihnachten dann schon längst Geschichte sein wird.

Dass die Szene nach Wettkämpfen lechzt, zeigt ein Blick auf die Anmeldungen. 60 Teilnehmer stehen bereits auf der Liste, obwohl überhaupt nicht klar ist, ob die Veranstaltung stattfinden kann. Und obwohl
Snehotta darauf verzichtet hat, Werbung für den "X-Mas-Marathon" zu machen. "Diese virtuellen Lauf-events kann mittlerweile halt kein Mensch mehr sehen", sagt der 47-jährige Pfofelder. "Die Leute wollen das Erlebnis in der Gemeinschaft."

Wenig Hoffnung für Silvesterlauf

Dass die Läufer endlich wieder Wettkämpfe austragen und sich miteinander messen wollen, bestätigt auch Paul Kerczynski vom Lauf- und Triathlonverein Arriba Göppersdorf. Für den 31. Dezember hat sein Verein den Silvesterlauf in Pleinfeld geplant. Wenig überraschend steht auch dieser alljährliche Jahresabschluss auf tönernen Füßen. "Wenn alles so bleibt wie jetzt, fällt das natürlich flach", unterstreicht denn auch Kerczynski.

Er und sein Team wollen – wie bereits berichtet – bis zum 1. Dezember noch warten, dann soll eine endgültige Entscheidung fallen. Viel Hoffnung, dass es noch klappen könnte mit dem Silvesterlauf, hat er derzeit nicht: "Zu 90 Prozent ist das Thema erledigt."

Deswegen hat Arriba Göppersdorf bislang auch noch keine Anmeldungen entgegengenommen. Dabei waren vergangenes Jahr über 500 Teilnehmer dabei. "Dieses Jahr wäre der Rahmen aber natürlich sehr viel kleiner", betont der Arriba-Macher. Die Sehnsucht nach echten Wettkämpfen sei groß unter den Sportlern, sagt er. "Online-Läufe sind da kein Ersatz."

Kein Verständnis für Demos

Eine Ansicht, die Michael Snehotta teilt. Als Unternehmer trifft ihn die Krise finanziell hart, als Sportler frustriert ihn der zwangsweise Verzicht auf Wettkämpfe. Doch weil er inzwischen wieder als Altenpfleger arbeitet, sieht er auch die Auswirkungen des Coronavirus jeden Tag. "Ich habe täglich mit Corona-Patienten zu tun und mir fehlt daher jedes Verständnis, wenn Leute, wie in Leipzig passiert, Superspreader-Demos abhalten", ärgert sich Snehotta. Die Stimmung unter den älteren Menschen sei angespannt. "Die größere Angst haben aber oft die Kinder".

Die Alten selbst gingen oft relativ gelassen mit der Gefahr um. "Meine älteste Patientin ist 96. Sie sagt, was soll ich noch groß erwarten? Wir Jüngeren haben Angst davor zu sterben, die alten Menschen oft nicht mehr." Trotzdem sorgt sich Michael Snehotta um seine Patienten – und achtet auch deswegen darauf, sich selbst nicht anzustecken: "Ich will nicht der sein, der ihnen den Tod ins Haus trägt."

DOMINIK MAYER

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