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Freitag, 03.07.2020

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Ligapokal auch für die Bezirksligisten?

Vorschlag der Lösungsarbeitsgruppe wurde Vereinen zur Abstimmung gestellt und fand breite Zustimmung - 15.06.2020 07:15 Uhr

Das bislang letzte Bezirksliga-Heimspiel des TSV 1860 Weißenburg war Mitte November gegen den FC Wendelstein. Beide Teams spielen um den Aufstieg mit und könnten nun durch den geplanten Ligapokal eine zusätzliche Chance bekommen. © Foto: Uwe Mühling


Die Empfehlung der Lösungs-Arbeitsgruppe "Spielbetrieb Liga und Pokal Erwachsene, oder genauer gesagt deren Untergruppe "Bezirksspielklasse Herren" sieht analog zu den übergeordneten Spielklassen einen zusätzlichen Ligapokal-Wettbewerb mit Vor-, Zwischen- und Finalrunde vor. Dabei ist eine flexible Gestaltung je nach Pandemie-Verlauf möglich, wie der BFV mitteilte. Der Ligapokal soll während der spielfreien Zeiten der Bezirksligen ausgetragen werden und zusätzliche sportliche Anreize bieten.

In jedem Bezirk spielen die jeweiligen Ligapokal-Sieger einen Bezirkssieger aus, der im Anschluss mit den sechs weiteren Bezirkssiegern in einer Relegationsrunde um insgesamt fünf direkte Aufstiegsplätze in die Landesliga kämpft. Aus der Unter-Arbeitsgruppe kam unter anderem noch die Anregung, ob man diese fünf Aufstiegsplätze noch erhöhen könne.

Auf die Ergebnisse der regulären Saison hat der Zusatzwettbewerb keinen Einfluss. Sollte eine Mannschaft über den Ligapokal den Aufstieg schaffen, die bereits über die Liga den Sprung in die Landesliga erreicht hat, greift ein Nachrücker-Prinzip. Geht eine Mannschaft, die über die Liga absteigen würde, als Aufsteiger aus dem Ligapokal-Wettbewerb hervor, steigt diese nicht in die Landesliga auf, sondern hält als Belohnung die Klasse.

"Wir wollen einen Wettbewerb mit hohem sportlichen Wert und vielen Spielen mit Derbycharakter, der sich zugleich flexibel gestalten lässt. All das bietet der Ligapokal. Natürlich ist der Wettbewerb kein vollständiger Ersatz für eine reguläre Saison, das ist uns bewusst. Wir befinden uns aber in einer außergewöhnlichen Situation – und aus dieser müssen wir das Beste machen", erklärte Michael Tittmann. Der frühere Neumarkter Schiedsrichterobmann leitet als Mitglied im Verbands-Spielausschuss die Unter-Arbeitsgruppe.

Als mittelfränkischer Vertreter war Fabian Lämmermann vom 1. FC Hersbruck dabei. Er und seine Mitstreiter sehen etliche Vorteile für die Vereine: Teams, die aktuell um den Abstieg kämpfen, haben eine weitere Chance auf den Klassenerhalt. Und Mannschaften im Tabellenmittelfeld können über diesen Weg sogar noch aufsteigen. Vereine, die momentan um den Titel mitspielen, wie etwa der TSV 1860 Weißenburg und der FV Dittenheim in der Bezirksliga Süd, erhalten eine zusätzliche Option, wie sie den Aufstieg schaffen können.

Wie der Ligapokal-Wettbewerb dann genau gestaltet wird, gilt es jetzt weiter auszuarbeiten – vorausgesetzt die Bezirksliga-Klubs sehen das wie die Arbeitsgruppe und stimmen zu. Im nächsten Schritt werden der erarbeitete Lösungsvorschlag den Klubs der insgesamt 15 bayerischen Bezirksligen (zwei in Mittelfranken) präsentiert und ein Meinungsbild abgefragt. Sollte hier ein Konsens bestehen, ginge es an die Ausarbeitung der weiteren inhaltlichen und terminlichen Gestaltung des Ligapokal-Wettbewerbs. Im Bezirk Mittelfranken stieß der Vorschlag auf breite Zustimmung.

wt/um

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