Fürs Finale qualifiziert

Mit der rosa Kuh auf Erfolgskurs: Wird ein Franke "Landwirt des Jahres"?

27.10.2021, 18:00 Uhr
Stefanie und Michael Bauer vor ihren Kühen im Laufstall. Sie halten ihre Rinder auf Hackschnitzeln, und dieser Untergrund bekommt nicht nur den Klauen besser. Auch die Milchleistung hat sich verbessert.

Stefanie und Michael Bauer vor ihren Kühen im Laufstall. Sie halten ihre Rinder auf Hackschnitzeln, und dieser Untergrund bekommt nicht nur den Klauen besser. Auch die Milchleistung hat sich verbessert. © Hans-Joachim Winckler

Das Jurorenteam hat den 37-jährigen Franken jüngst auf seinem Hof besucht und beurteilt. Bei der Besichtigung des Betriebs mit 55 Milchkühen wurde unter anderem klar, dass Bauer Kreisläufe liebt. Und zwar vom frischen Gras, das seine Kühe fressen bis hin zu eigenem Joghurt oder Speiseeis. Und der Mist, den die Tiere dabei erzeugen, wandert in einem Energiekreislauf in die Biogasanlage und erzeugt Strom. Der wiederum wird genutzt, um die Milch zu verarbeiten.

Und damit schließt sich der Kreis. Dabei hat Michael Bauer die Molkerei vor allem aufgebaut, um Einbußen bei Biogas auszugleichen. Außerdem geht es ihm um die Regionalität: „Mit unserer Molkerei setzen wir auf hochwertige Produkte aus der Region für die Region“, betont Bauer, der als Logo für seinen Betrieb eine rosa Kuh gewählt hat. Namensgeber war der Plüschhase von Tochter Louisa (6), Pate für die stilisierte Darstellung der Kuh stand das Foto eines Tiers im eigenen Stall. "Hofläden Müller, Huber oder Meier gibt es schon genug, da wollen wir uns absetzen", erklärt der fränkische Landwirt.


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Die nächsten Wachstumsschritte sind schon geplant. Auch das geht nur, wenn alle anderen Bereiche darauf abgestimmt sind. Alles im Kreislauf, so wie es Michael Bauer liebt.

Bauer ist in der Kategorie Rinderhalter für den mit 10.000 Euro dotierten CeresAward qualifiziert – der höchsten Auszeichnung in der Landwirtschaft. Vergeben wird der Award von der führenden Fachmedienmarke im Agrarbereich aus dem Hause Deutscher Landwirtschaftsverlag. Neben dem Gesamtsieger, dem Landwirt des Jahres, werden Sieger in den zehn Einzelkategorien Ackerbauer, Energielandwirt, Biolandwirt, Junglandwirt, Rinderhalter, Schweinehalter, Geflügelhalter, Manager, Unternehmerin und Geschäftsidee ausgezeichnet.

Entscheidend für die Teilnahme waren nicht Höchstleistungen auf dem Feld oder im Stall, sondern beste wirtschaftliche Ergebnisse bei gleichzeitiger Berücksichtigung bäuerlicher Unternehmertugenden wie Mut, Ideenreichtum und Verantwortungsbewusstsein für Mensch, Tier und Natur. Anschließend hat die Jury anhand eines umfangreichen Bewertungssystems aus mehreren Hundert Bewerbungen die 30 Finalisten – drei in jeder Kategorie – ermittelt und auf ihren Höfen beurteilt.

Die Vielfalt der Landwirtschaft ist groß und dementsprechend unterschiedlich sind die Betriebe, die die Juroren in diesem Jahr im Rahmen ihrer Stippvisite auf den Höfen kennengelernt haben. Aber eines ist überall gleich: die Finalisten des CeresAward zeichnen sich durch Ideenreichtum und großes Engagement für Mensch, Tier und Natur aus.

Neben Michael Bauer haben sich aus Bayern folgende Landwirte für das Finale qualifiziert: Markus Zott aus Ustersbach in der Kategorie Geschäftsidee, Frank Vogler aus Neuwirtshaus in der Kategorie Geflügelhalter, Martin Grob aus Allmanshofen in der Kategorie Junglandwirt, Tobias Reichert aus Gerolfingen in der Kategorie Schweinehalter.