Konrad Keller ermittelt

Neuer Krimi von Jan Beinßen: In Nürnberg sind die Eisbären los

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 05.10.2016..FOTO: Roland Fengler..MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait: Jeanette Seitz..ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Jeanette Seitz

Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt

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29.10.2021, 10:25 Uhr
Jan Beinßen legt mit

Jan Beinßen legt mit "Bärentod" einen regionalen True-Crime-Krimi vor. © Jeanette Seitz, NN

Den ermittelnden Beamten in "Bärentod" allerdings kennen die Leserinnen und Leser bereits: Konrad Keller. In seinen "Hausboot-Krimis" - zwei sind unter dem Pseudonym Jules Besson bereits erschienen - lässt Jan Beinßen den pensionierten Keller in Frankreich über diverse Kriminalfälle stolpern.

Nun macht er einen Sprung zurück in eine Zeit, in der Konrad Keller noch im aktiven Dienst ist. "Ich habe Konrad Keller einfach wieder in den Dienst gestellt", erzählt Beinßen schmunzelnd. "Das ist leichter, als einen ganz neuen Ermittler zu erfinden." Und für die Leserschaft hat das den besonderen Charme, dass man mehr über Konrad Kellers Leben und Werdegang erfährt.

Fall wurde nie gelöst

Das aber nur am Rande, denn natürlich steht ein Kriminalfall im Mittelpunkt. Und zwar einer, der sich im März 2000 tatsächlich zugetragen hat. Damals sind im Nürnberger Zoo vier Eisbären aus ihrem Gehege ausgebrochen und mussten erschossen werden. Der Fall wurde nie gelöst. Das bietet dem Autor natürlich die Möglichkeit, selbst eine Geschichte darum zu stricken.

In "Bärentod" stellt Jan Beinßen seinem Polizisten die junge Kollegin Tabea Marusic zur Seite. Gemeinsam ermitteln sie in einem Todesfall, denn kurz nach dem Eisbärendrama kommt ein prominenter Nürnberger ums Leben. War es nur ein tragischer Unfall? Oder doch Mord? Und hängt der Eisbären-Ausbruch irgendwie damit zusammen? Schließlich tut sich auch noch ein dritter Handlungsstrang auf, und plötzlich ist jede und jeder verdächtig.

Überraschende Auflösung

In gewohnter Manier führt Jan Beinßen die Leserinnen und Leser auf falsche, vielleicht aber auch richtige Fährten. Die Auflösung ist wie immer überraschend, und so beschert einem "Bärentod" unterhaltsame Lesestunden, garniert mit der wahren Begebenheit und dem ein oder anderen Informationshäppchen - jedoch weit weniger als bei den Paul-Flemming-Krimis. Diese historischen Exkurse fährt Jan Beinßen bei Konrad Keller bewusst zurück, auch Essen und Trinken spielen keine so große Rolle wie bei Paul Flemming. Dafür geht es eben um einen "echten" Fall.

"Auf die Idee bin ich gekommen, weil 'True Crime' (wahre Verbrechen) gerade sehr gefragt ist und ich mir überlegt habe, wie ich da auf regionaler Ebene beitragen könnte", sagt der Herzogenauracher Autor. An dieser Grundidee hat der ars vivendi Verlag sofort Gefallen gefunden, und bei seinen Recherchen über unaufgeklärte Verbrechen in Franken (Beinßen: "Es sollte nicht zu ernst und grausig sein") erinnerte sich Jan Beinßen irgendwann an die Eisbären-Geschichte, die damals "eine große Story" war.

"Faktencheck" am Ende

Und so nahm er den "Bärentod" als Grundlage für seinen neuen Krimi. Im Nachwort erläutert er im "Faktencheck" die Hintergründe der wahren Begebenheit. Mit dem Übertitel "Die Akte Nürnberg" als Wiedererkennungswert sind auch weitere Fälle denkbar - "die müssten dann allerdings auch während der aktiven Zeit von Konrad Keller stattfinden", meint Beinßen, denn diesen Ermittler möchte er für diese True-Crime-Reihe gerne beibehalten.

INFO: Jan Beinßen: Bärentod – Keller und Marusic ermitteln, ars vivendi Verlag, 207 Seiten, 14 Euro, ISBN 9783747203064

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