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Nürnberger Symphoniker gehen ambitioniert in neue Saison

Viel Beethoven, Akzente in der Moderne und ein neuer Webshop - 09.04.2019 13:50 Uhr

Wollen rund Auftritte in der neuen Spielzeit absolvieren, darunter in Ansbach, Erlangen, Hersbruck, Neumarkt und Zirndorf: Die Nürnberger Symphoniker. © Torsten Hönig


Um plastische Vergleiche ist Symphoniker-Chefdirigent Kahchun Wong weder in Proben noch bei der Vorstellung seiner zweiten Spielzeit in Nürnberg verlegen. "Wir bemühen uns um eine vielfältige, ausgewogene und schmackhafte Küche. Bei uns gibt es nicht jeden Tag Schäufele, aber auch nicht jederzeit Salat", umreist der 34-Jährige das Programm, mit dem er sein Orchester künstlerisch weiter voranbringen will.

In die Abteilung des fränkischen Nationalgerichts fallen sicher die vierten Symphonien von Johannes Brahms, Peter Tschaikowsky, Gustav Mahler und Anton Bruckner. Eher in die Veggie-Richtung dagegen dürfte es bei den Projekten mit Thilo Wolf & Conchita, beim Musiksommer im Serenadenhof (hier gibt es am 6. August ein Wiedersehen mit Alexander Shelley, der das Bundesjugendorchester leitet) oder beim "Klassik Open Air" am 3. August unter dem Motto "Europa über alle Grenzen" gehen.

Ganz groß steigen die Symphoniker in das Beethoven-Jahr 2020 ein, in dem die Musikwelt an den 250. Geburtstag des Komponisten erinnert. Schon in den Neujahrskonzerten soll eine heftige Dosis aus der Titan-Küche mit der 9. Symphonie, der großformatigen Chorfantasie und der "Namensfeier"-Ouvertüre genommen werden. Da gibt es dann nicht nur ein Wiederhören mit Sängerlieblingen wie Altistin Marina Prudenskaya und Bariton Antonio Yang, sondern die Tenorpartie übernimmt ein gewisser Long Long (kein Witz). . .

Großer Beethoven-Event

Am 20. Mai soll die Meistersingerhalle dann Schauplatz eines einzigartigen Beethoven-Events werden: Die Symphoniker werden sich in die Mitte des Saales platzieren und von den Rängen sind 400 Amateur-Chorsänger, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, bei der "Ode an die Freude" in der Neunten im Einsatz. "Beethoven mittendrin" heißt das Format, das Kahchun Wong von Dirigier-Vorbild Ivan Fischer übernommen hat.

Doch nicht nur Wiener Klassik wird zu hören sein. Kahchun Wong setzt sich als gelernter Komponist natürlich gerne für die Gegenwartsmusik ein. Unter anderem stehen die deutsche Erstaufführung von Tan Duns "Fire Ritual", Enjott Schneiders "Berlin Punk"-Konzert, die Uraufführung eines Bratschen-Konzerts von Roland Kunz, das Schlagzeugkonzert "Arena" von Tobias Broström oder das Violinkonzert von Fredrik Högberg (mit der niederländischen Ausnahmegeigerin Isabelle van Keulen) auf der symphonischen To-Do-Liste.

Eingeleitet wird die Saison 2019/20 mit einem Auftragswerk des Orchesters: Der US-amerikanische Filmkomponist Chad Cannon (33) ließ sich dabei von Nürnberg inspirieren. Sein Stück "Sky Visions" erinnert an einen Aprilmorgen des Jahres 1561, als der Himmel über der Stadt mit merkwürdigen Erscheinungen wie Kreuzen, Speeren, Kugeln, Scheiben und einem Flammen-umgränzten Mond übersät gewesen sein soll. So berichtete es jedenfalls der Holzschneider und Buchdrucker Hans Glaser auf einem Flugblatt.

Webshop und QR-Code-Tickets

Modernere Zeiten brechen auch im Vertrieb an. Zum einen führen die Symphoniker Eintrittstickets zum Scannen (QR-Code) ein. Zum andern bieten sie nun einen Webshop, bei dem man praktisch noch bis unmittelbar vor dem gewünschten Konzert Karten erwerben kann. "Wir erweitern damit unsere Möglichkeiten", betont Intendant Hemmer. Denn telefonische und schriftliche Bestellungen sollen weiter möglich sein.

Auch der Serenadenhof soll ein Relaunch erhalten. Max Moor liest eigene Texte und Musikhochschulpräsident Christoph Adt dirigiert Paul Hindemiths Filmmusik zu Arnold Fancks "Im Kampf mit dem Berge" von 1921. Auf in den Kampf: Es gibt ziemlich viel zu tun. . .

Info www.nuernbergersymphoniker.de 

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