Dienstag, 20.04.2021

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Online-Petition soll den Fahrschulen helfen

Hilpoltsteiner Fahrlehrer hofft auf ein Einsehen der Regierung. - 04.02.2021 10:00 Uhr

Bereits während des ersten Lockdowns stand den Fahrschulen das Wasser bis zum Hals. Jetzt ist die Situation noch schlimmer.

03.02.2021 © Foto: imago images/Christopher Tamcke


"Ich dachte mir, ich muss was unternehmen, weil die Politik immer noch nicht reagiert", sagt der Fahrschul-Betreiber. "Das Wasser steht uns bis zum Hals." Wie berichtet, sind die Fahrschulen in Bayern seit Mitte Dezember geschlossen. Es gibt für die Betreiber, im Gegensatz zu anderen Branchen, bislang keine finanzielle Unterstützung. "Wir interessieren die Politiker nicht", meint Großhauser, "die haben uns schlicht vergessen".

Nur pauschale Antworten

Schon mehrmals hat er in der Angelegenheit sowohl an den  Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und sogar an den Ministerpräsidenten Markus Söder geschrieben. "Es kam immer nur eine pauschale Antwort." Der Kammersteiner Landtagsabgeordnete Volker Bauer will sich nun verstärkt  in der  Sache einsetzen.

"Wir danken Ihnen für Ihre ehrliche Kritik daran, dass Fahrschulen in Bayern schließen müssen. Wir werden diese in unsere Entscheidungen miteinbeziehen", heißt es beispielsweise in einem Schreiben vom Bayerischen Gesundheitsministerium.


Fahrschulen: Wir wollen wieder arbeiten


Das hilft Großhauser und seinen Kollegen allerdings nicht weiter. Die Tage holte er einen schon lange bestellten Fahrschul-Lkw ab. Für die Anzahlung muss er jetzt einen Kredit aufnehmen, weil das dafür vorgesehene Geld aufgrund der laufenden Kosten weg ist. Kollegen berichten ihm, dass die Existenz ihrer Fahrschulen extrem bedroht ist.

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Die Online-Petition ist für Großhauser ein Hilferuf an die Regierung. Innerhalb von vier Wochen müssen 24 000 Online-Unterschriften zusammenkommen, dann wird die Petition an die Regierung weitergeleitet.

Viel Feedback

Großhauser hat schon viel Feedback darauf bekommen, sowohl von Befürwortern, vor allem von anderen Fahrschulen und Fahrschülern, die "endlich" ihren Führerschein machen wollen. Bis Mittwoch sind gut 2000 Unterschriften eingegangen mit teilweise verzweifelten Kommentaren.

Aber es gibt auch gegnerische Stimmen, die anmahnen, dass das Ansteckungsrisiko im Fahrschulauto zu hoch sei. Das bestreitet Großhauser, zumal man auch mit FFP2-Maske fahren könne und die Fahrschulautos vor jedem Wechsel desinfiziert werden. Zum anderen dürften immer noch IHK-Fahrprüfungen stattfinden und die Straßenbahnen und Busse seien "rappelvoll", wundert sich der Hilpoltsteiner. "Die Regierung sperrt uns zu und lässt uns im Stich."

Die Online-Petition ist zu finden unter https://www.openpetition.de/petition/online/oeffnung-der-fahrschulen

ebo

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