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Abkühlung gefällig? Worauf Sie am Badesee achten sollten

Manche Gewässer sind unbedenklich - eigenes Verhalten entscheidend - 29.05.2020 12:39 Uhr

An Badeseen ist die Gefahr einer Ansteckung mit Covid-19 wegen der Verdünnung im Wasser äußerst gering. © Uwe Anspach, dpa


Die Temperaturen steigen, die Verunsicherung bleibt: Wenn mit dem Sommer die Hitze kommt, wächst die Sehnsucht nach Abkühlung. Darf ich in Corona-Zeiten ins Freibad, an den Badesee oder ins Meer? Die Antwort ist, wie in so vielen Fällen: Kommt ganz darauf an.

Wichtig ist insbesondere das Verhalten am Badeort: Denn wer ins Schwimmbad, an den Badesee oder ans Meer geht, sollte auch außerhalb des Wassers Vorsicht walten lassen. Der Alptraum eines jeden Virologen ist der Anblick von dicht nebeneinander liegenden Handtüchern mit sich sonnenden Menschen darauf. Die Wahrung von Abstandsregeln und eine sorgsame Husten- und Nies-Etikette: Das gilt auch beim Baden im Freibad oder am Badesee.

Freibäder dank Chlor unbedenklich

Vom kühlen Nass selbst geht eine geringere Infektionsgefahr als vom direkten Kontakt von Mensch zu Mensch. Darüber sind sich Wissenschaftler einig. Wenig Grund zur Sorge gibt es, wenn es sich dabei um aufbereitetes und mit Chlor desinfiziertes Badewasser in Hallen- und Freibädern handelt.


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Das Virus werde dadurch "zuverlässig inaktiviert", sagt Christian Ochsenbauer, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Das bestätigt auch das Umweltbundesamt (UBA): "Das Wasser in konventionellen Schwimmbädern (Frei- oder Hallenbäder) unterliegt einer ständigen Aufbereitung. (...) Filtration und Desinfektion sind wirksame Verfahren zur Inaktivierung von eingetragenen Mikroorganismen (z.B. Bakterien und Viren)."

Naturbäder mit gewissem Risiko

Wer Bäder mit biologischer Aufbereitung wie Schwimm- und Badeteiche besucht, sollte aber genauer hinschauen. Sie enthalten laut Umweltbundesamt "kein Desinfektionsmittel, daher geht von derartigen Bädern ein gewisses Infektionsrisiko aus, auf welches der Badegast generell vor Ort hingewiesen werden sollte".

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Ebenso nachweisbar sei das Coronavirus im noch nicht aufbereiteten Abwasser, erklärt Janne Vehreschild, der beim Deutschen Zentrum für Infektionsforschung eine Arbeitsgruppe zu den Risikofaktoren bei Covid-19 leitet. Der Experte: "Ob diese Mengen für eine Ansteckung ausreichen, steht aber noch nicht fest."

Je mehr Wasser, desto sicherer

Unbedenklich sei dagegen das Baden und Schwimmen in größeren Naturgewässern wie Badeseen oder in Meeren wie Nord- und Ostsee, heißt es beim UBA. Die Gefahr durch Corona sei wegen der Verdünnung im Wasser äußerst gering: "Steigende Wassertemperaturen und erhöhte Sonneneinstrahlung im Sommer werden zu einer noch stärkeren Inaktivierung möglicherweise in das Wasser eingetragener Viren führen". Die Weltgesundheitsorganisation WHO habe keine Hinweise dafür gefunden, dass das Coronavirus über den Wasserweg übertragen werde.

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Grundsätzlich jedoch sollten Menschen mit Atemwegsinfekten oder Durchfall nicht baden, um andere nicht zu gefährden, mahnt das UBA. "Dies gilt völlig unabhängig davon, um welche potenziellen Krankheitserreger es sich im Einzelnen handelt."

Wer kontrolliert das Verhalten der Badegäste?

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Ein Sprecher im bayerischen Innenministerium erklärte auf Nachfrage, dass es trotz Corona nie verboten gewesen sei, "in einen See zu hüpfen." Das Schwimmen in natürlichen Gewässern gilt als Bewegung an der frischen Luft und ist daher nach wie vor erlaubt. "Warum sollte genau das - zumal mit den zunehmenden Lockerungen - verboten sein?", so der Sprecher weiter. Sich beim Baden an geltende Abstands- und Verhaltensregeln zu halten, bleibt allerdings in den meisten Fällen den Besuchern selbst überlassen.

Am Oberzenner See im Landkreis Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim ist die Wasserwacht beispielsweise explizit entbunden von der Pflicht, Badegäste auf Abstandsregeln hinzuweisen. Personal, dass deren Einhaltung überprüft, gibt es an den Badeseen in der Region nicht. Ebenso wenig wird der Ansturm auf die Badestellen an besonders heißen Tagen reguliert werden können. Es liegt somit in der Eigenverantwortung der Gäste, dass alle diesen Sommer unbeschwert genießen können.

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dpa/lid

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