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Borreliose-Fälle in Bayern: Besonders viele Zecken in Mittelfranken

In Fürth und Schwabach ist bisher noch kein einziger Fall gemeldet worden - 13.06.2019 18:52 Uhr

Gegen die von Zecken übertragene, sogenannte Lyme-Borreliose schützt zwar keine Impfung. Die durch Bakterien ausgelöste Krankheit kann aber mit Antibiotika therapiert werden. © dpa/ Patrick Pleul


Die Zecken in Bayern stechen wieder zu: Heuer sind im Freistaat schon 690 Fälle von Borreliose gemeldet worden. Im Vorjahreszeitraum seien dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) 645 Fälle gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in München mit.

Besonders aufpassen müssen dabei die Menschen in Niederbayern, wo 140 Fälle gemeldet wurden, dicht gefolgt von Mittelfranken (126 Fälle). In der Oberpfalz gab es mit 51 gemeldeten Fällen die wenigsten Vorfälle. In Oberfranken gehen 80 Fälle in die Statistik ein.

Am meisten gefährliche Zecken in Mittelfranken scheint es im Landkreis Roth zu geben, wo 20 Fälle vermeldet werden, der Spitzenwert in diesem Regierungsbezirk. Dass mit 19 Infektionen mit Nürnberg gleich eine Stadt folgt, könnte mit dem Reichswald (und natürlich der hohen Einwohnerzahl) zu tun haben. Denn üblicherweise sind die Städte viel weiter hinten in der Statistik zu finden.

In Ansbach und Erlangen gab es nur drei Fälle, in Fürth und Schwabach sogar keinen einzigen, ebenso in den oberfränkischen Landkreisen Forchheim und Bayreuth sowie im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Aber auch der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen scheint mit nur zwei Fällen relativ borreliosefreie Zone zu sein. Viele Infektionen gab es dagegen in den Landkreisen Ansbach (19) und Nürnberger Land (18).

Zahl der FSME-Fälle ging zurück

Gegen die sogenannte Lyme-Borreliose schützt zwar keine Impfung. Die durch Bakterien ausgelöste Krankheit kann aber mit Antibiotika therapiert werden - je früher sie entdeckt wird, desto besser. Frühzeichen einer Infektion mit Borrelien ist dem Ministerium zufolge eine kreisförmige Rötung um die Einstichstelle. "Wenn sie erscheint, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden." Unerkannte Infektionen können demzufolge weitere Erkrankungen hervorrufen, insbesondere am Nervensystem, den Gelenken und der Haut.


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Hingegen gab es in Bayern in diesem Jahr bislang mit 26 Fällen von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) weniger als im gleichen Zeitraum 2017. Gegen diese Virus-Erkrankung, die mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindel beginnt und Entzündungen von Gehirn, Hirnhäuten und Rückenmark verursachen kann, gibt es eine Impfung. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) betonte: "Es ist jetzt höchste Zeit für eine Schutzimpfung. FSME ist keine Lappalie." Vor allem bei älteren Menschen könne sie schwer verlaufen. "Aber auch Kinder sind gefährdet." Für einen kompletten Impfschutz sind drei Impfungen innerhalb eines Jahres erforderlich.

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Seit der Meldepflicht für FSME-Erkrankungen im Jahr 2001 wurden immer mehr Regionen vom Robert Koch-Institut zum Risikogebiet erklärt, wie das Ministerium mitteilte. Das seien 91 von 96 Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern. "Als Nicht-Risikogebiete gelten derzeit die Landkreise Dillingen an der Donau und Fürstenfeldbruck sowie die Städte Augsburg, München und Schweinfurt." Laut LGL gab es im vergangenen Jahr 224 FSME-Fälle in Bayern, 2017 waren es 234.

 

msn/ dpa

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