Bushido im Prozess gegen Clanchef: "Mir liefen die Tränen"

14.12.2020, 20:43 Uhr
ARCHIV - 17.08.2020, Berlin: Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido, sitzt zu Beginn eines Prozesses gegen den Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie in einem Gerichtssaal des Landgerichts. Dem ehemaligen Geschäftspartner von Rapper Bushido werden mehrere Straftaten zum Nachteil von Bushido zur Last gelegt. Mitangeklagt sind drei Brüder von Arafat A.-Ch. Bushido ist in dem Verfahren am Landgericht in Berlin Nebenkläger. (zu

ARCHIV - 17.08.2020, Berlin: Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido, sitzt zu Beginn eines Prozesses gegen den Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie in einem Gerichtssaal des Landgerichts. Dem ehemaligen Geschäftspartner von Rapper Bushido werden mehrere Straftaten zum Nachteil von Bushido zur Last gelegt. Mitangeklagt sind drei Brüder von Arafat A.-Ch. Bushido ist in dem Verfahren am Landgericht in Berlin Nebenkläger. (zu "Die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2020 in Berlin") Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/Pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ © Paul Zinken, dpa

Zu dem Schlag sei es gekommen, "weil ich nicht akzeptieren wollte, dass ich bis an mein Lebensende an ihn zahlen sollte", so der 42-Jährige. Zuvor habe er schweigend massive Beleidigungen gegen seine Familie und sich hingenommen. "Es hat mich so sehr verletzt - mir liefen die Tränen."


Bushido drangsaliert? Berliner Clanchef und Brüder vor Gericht


Der Rapper ist in dem Verfahren gegen insgesamt vier Mitglieder einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie Zeuge und Nebenkläger. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es zu Straftaten zu seinem Nachteil gekommen sei, nachdem Bushido 2017 die Geschäftsbeziehungen zu Arafat A.-Ch. aufgelöst habe. Der Clanchef habe dies laut Anklage nicht akzeptieren wollen und von Bushido unberechtigt die Zahlung von angeblichen Schulden bzw. die Beteiligung an dessen Musikgeschäften in Millionenhöhe gefordert. Der Clanchef soll den Musiker auch ehrverletzend beschimpft, drangsaliert und leicht verletzt haben.

Zu dem mutmaßlichen Angriff in einem Büro soll es im Januar 2018 gekommen sein. Arafat A.-Ch. habe ihn "hinzitiert", so der Rapper. Er sei davon ausgegangen, dass sie über das Ende der geschäftlichen Beziehung sprechen würden. Doch Arafat A.-Ch. habe ihn angeschrien, die Tür verschlossen und die Schlüssel eingesteckt. Von angeblichen Schulden in Millionenhöhe habe sein einstiger Geschäftspartner gesprochen. Mehr als vier Stunden soll Bushido in dem Büro festgehalten worden sein. Zuletzt sei er mit einem Stuhl attackiert und an der Schulter getroffen worden, so die Anklage.


Bushido vergleicht Beziehung zu Clanchef mit Zwangsheirat


Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten als einstigem Musik-Geschäftspartner von Bushido versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung vor. Der Prozess wird am Mittwoch (16. Dezember) fortgesetzt.