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Corona-Podcast mit Drosten gewinnt doppelt beim Grimme Online Award

Youtuber Rezo wurde für sein "Zerstörung der CDU"-Video ausgezeichnet - 26.06.2020 17:34 Uhr

Der Virologe Christian Drosten erklärt für den NDR die Entwicklung der Corona-Pandemie.

26.06.2020 © Christophe Gateau, dpa


Der Podcast "Das Coronavirus-Update" mit dem Berliner Virologen Christian Drosten hat gleich zwei Auszeichnungen beim Grimme Online Award abgeräumt. Einen Preis gab es bei der Verleihung am Donnerstagabend von der Jury, einen vom Publikum. Die NDR-Produktion mit dem Charité-Wissenschaftler war damit der große Gewinner des Abends. Prämiert wurde auch das viel geklickte Video "Die Zerstörung der CDU" von YouTuber Rezo, das in der Kategorie "Spezial" einen Award einfuhr. Insgesamt setzten sich in diesem Jahr sehr viele informative Formate durch. Das war kein Zufall: Der Grimme Online Award bildet oft aktuelle Trends im Internet ab.


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Schon aus der Liste der Nominierten hatte sich ablesen lassen, dass die Kategorie "Information" sehr gefragt ist aktuell. Auch "Das Coronavirus-Update" war in dieser Sparte ins Rennen gegangen. Der NDR hatte den Podcast im Februar gestartet, seitdem hat er sich zu einem großen Erfolg entwickelt. Dort geht der Virologe Drosten ausführlich auf neue Entwicklungen rund um die Coronavirus-Pandemie ein. Momentan befindet sich das Format in der Sommerpause.

Wissen für die Allgemeinheit

Begriffe wie Herdenimmunität, Reproduktionszahl und Saisonalität hätten es auch durch den Podcast in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft, stellte die Jury fest. ""Das Coronavirus-Update" demonstriert, dass auch ausführlicher Wissenschaftsjournalismus das Publikum fesseln kann - und erschließt ganz nebenbei neue Hörergruppen für das Medium Podcast", urteilte sie. Wie groß die Popularität ist, ließ sich am Ende der Verleihung auch am Publikumspreis ablesen, bei dem Internet-Nutzer über alle nominierten Angebote abstimmen konnten. Es gewann "Das Coronavirus-Update".

Youtuber Rezo watschte die CDU im Video ab.

26.06.2020 © Henning Kaiser, dpa


Auch "Die Zerstörung der CDU" von YouTuber Rezo gehört zu den sehr bekannten Online-Publikationen der jüngeren Vergangenheit. Rezo hatte in dem Video unter anderem die Klimapolitik der CDU kritisiert. Es löste auch eine Debatte über die Rolle sozialer Medien bei der Meinungsbildung und den Umgang der Parteien damit aus. "Auf spektakuläre Weise knackte er die Wagenburg der politischen Kommunikation und ließ hunderttausende seiner Follower*innen hinein ins Zentrum der Macht", urteilte die Grimme-Jury. Die Laudatio hielt Komiker Michael Mittermeier (54). Er sagt zu dem per Video zugeschalteten Rezo: "Du bist systemrelevant."


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Ein weiterer Preis ging an den Webblog "NSU-Watch", der einst den NSU-Prozess dokumentierte. Die Journalisten und Wissenschaftler recherchieren seitdem aber weiter, unter anderem zur rechten Szene insgesamt. Auch mit dem "RomArchive" wurde ein Projekt ausgezeichnet, das dokumentarischen Charakter hat und beweist, das das Internet ein digitales Gedächtnis sein kann. Es befasst sich ausführlich mit den Kulturen der Sinti und Roma.

Organspende-Reportage ausgezeichnet

Ausgezeichnet wurde zudem das Projekt "Eigensinn im Bruderland", das ein vielen Menschen weithin unbekanntes Thema aufarbeitet: Die Lebenswelt von Migranten in der DDR. Die Multimedia-Reportage "Die Spende" von "stern.de", die ebenfalls zu den Gewinnern zählte, befasst sich wiederum auf eindringliche Weise mit dem Thema Organspende und begleitete einen herzkranken Familienvater auf dem Weg zum Spenderorgan.

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Zwei Preise gingen an das öffentlich-rechtliche Content-Netzwerk Funk. Zum einen würdigte die Jury das investigative Video-Reportageformat "STRG_F", das unter anderem mit Fake-Vorwürfen gegen die Moderatoren Joko und Klaas für Aufsehen gesorgt hat. Zweites Funk-Format mit Grimme Online Award 2020 wurde der "Karakaya Talk" - eine Web-Talkshow mit Esra Karakaya, die Menschen mit Migrationshintergrund ein Forum gibt.

Rassismus angesprochen

Der undotierte Grimme Online Award gilt als wichtigste deutsche Auszeichnung für herausragende Online-Publizistik und wird seit 2001 verliehen. Er will Orientierung geben, wie sich im Internet in all der Masse Qualität finden lässt. Im Corona-Jahr kamen viele Preisträger aus den Kategorien "Information" sowie "Wissen und Bildung". Auch das Thema Migration und Rassismus spiegelte sich wider. Model und Unternehmerin Sara Nuru (30), eine der Laudatorinnen, würdigte die Anti-Rassismus-Proteste. "Das gibt Hoffnung", sagte sie. "Ich hoffe einfach, dass das anhält und nicht nur ein Hashtag ist."

Wegen der Corona-Pandemie konnten die Gewinner allerdings nicht bei einer Gala auf ihren Triumph anstoßen. Die Verleihung fand in einem Livestream statt - was zu einem Online-Award auch irgendwie passte.


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dpa

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