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Erstmals Temperaturen über 20 Grad in der Antarktis gemessen

Meeresspiegel könnte durch "Arktis-Faktor" weit höher steigen - 16.02.2020 15:06 Uhr

An der Nordwestspitze des antarktischen Kontinents wurden die höchsten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen. Wie der brasilianische Bodenwissenschaftler Carlos Schaefer der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag sagte, wurde an der Nordspitze am 9. Februar eine Temperatur von 20,75 Grad gemessen. "Noch nie hat es in der Antarktis eine so hohe Temperatur gegeben", so der Forscher. Es sei das erste mal, dass die 20-Grad-Marke überschritten worden ist.


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Der bisherige Temperaturrekord lag bei 19,8 Grad. Der Rekordwert muss allerdings noch von der Weltorganisation für Meteorologie bestätigt werden. Die Temperaturmessung auf der argentinischen Forschungsstation Marambio sei Teil eines auf 20 Jahre angelegten Forschungsprojekts, das die Auswirkungen des Klimawandels auf den Permafrost in der Region untersucht, erklärt der Schaefer. Er betonte jedoch, dass der Temperaturrekord keine Schlussfolgerungen im Hinblick auf einen Klimawandel-Trend zulasse, da es sich lediglich um einen Datenpunkt handle und nicht um einen langfristigen Datensatz.

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Meeresspiegel könnte noch weit höher steigen

Die Nachricht kam wenige Tage nachdem bereits argentinische Wetterbehörden den wärmsten Tag auf der argentinischen Antarktis seit Beginn der Wetteraufzeichnungen verzeichnet hatten. So wurde auf der Forschungsstation Esperanza eine Temperatur von 18,3 Grad gemessen. Argentinien dokumentiert seit 1961 an mehreren Forschungsstationen die Temperaturen auf dem Kontinent.

Nach Angaben der UNO war das vergangene Jahrzehnt das wärmste auf der Antarktis seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die Folgen der Eisschmelze in der Antarktis für den Anstieg des Meeresspiegels könnten bereits in diesem Jahrhundert deutlich stärker ausfallen als bisher erwartet. Forscher eines internationalen Teams gehen davon aus, dass der Meeresspiegel allein durch den "Antarktis-Faktor" bis zum Jahr 2100 um 58 Zentimeter ansteigen könnte.


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Zum Vergleich: In den letzten 100 Jahren ist der Meeresspiegel nach Angaben der Forscher um 19 Zentimeter gestiegen. Gründe dafür seien die schmelzenden Gebirgsgletscher gewesen - sowie die thermische Ausdehnung des sich erwärmenden Meerwassers.

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