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Feigen aus Franken? Unsere Bauern werden immer exotischer

Winterharte Sorten werden seit einiger Zeit getestet - 22.11.2020 17:43 Uhr

Im Versuchsgarten der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Thüngersheim wachsen Feigen.

22.11.2020 © Karl-Josef Hildenbrand, dpa


Versuche mit dem Anbau von Feigen sind in Unterfranken vielversprechend angelaufen. Seit 2017 teste man winterharte Varianten, die gelegentlichen Frost von bis zu minus zehn Grad aushielten, sagte Versuchsingenieur Alexander Zimmermann von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Thüngersheim (Landkreis Würzburg).

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Obst aus Bayern: Das wächst auf unseren Bäumen

Ob Zwetschgen, Äpfel, Kirschen oder Mirabellen: Obst gibt es noch zuhauf in Bayern, auch wenn gerade die Streuobstbestände gewaltig geschrumpft sind. Wir haben uns die Statistik zu Anbau und Ernte von Baumobst im Marktobstbau in Bayern angesehen und eine kleine Rangliste erstellt. Dabei kann vor allem eine Region in Franken besonders punkten.


Sicherlich werde die Feige aus heimischem Anbau kein Massenprodukt - aber gerade in den fränkischen Weinbauregionen mit besonders mildem Klima könnte sie für den oder anderen Obstbauern interessant sein. Die Vermarktungsmöglichkeiten seien vorhanden: "Man kann mit Frische punkten, das Produkt wird hier geerntet."

Versuche mit Mandeln noch am Anfang

Die in den Läden angebotenen Feigen kommen bislang in den Sommermonaten vor allem aus dem Mittelmeerraum, in der kühleren Jahreshälfte aus Übersee.


Obst und Gemüse richtig reinigen


Versuche mit Mandelsorten hingegen stünden "noch ganz am Anfang". Hier sei jedoch schon klar, dass man beim Preis nicht mit der kalifornischen Ernte mithalten könne, sagte Zimmermann.

Seit bereits 20 Jahren baut die Landesanstalt Kiwibeeren, also Minikiwis, und Indianerbananen an. Letztere seien aber eher für den Hausgarten interessant, nicht für den gewerblichen Anbau, da die Frucht nicht haltbar sei, sagte Zimmermann. Die grünen Früchte lassen sich aufschneiden, um das gelb-cremige Fruchtfleisch dann zu löffeln.

Erkennen Sie diese Lebensmittel im Naturzustand?

Wie sehen die Lebensmittel, die wir täglich konsumieren, eigentlich im Naturzustand aus? Manches erkennt man als Blüte oder Pflanze nur sehr schwer. Testen Sie hier Ihr Wissen!

Frage 1/11:

Zu welcher Planze gehört diese Blüte?

Gewusst? Das Gewürz Safran wird aus einer Blüte gewonnen, die zu den Krokussen gehört. Sie blüht im Herbst violett und kann dann geerntet werden.

Frage 2/11:

Was wächst hier Leckeres heran?

Pistazienbäume können hunderte Jahre Früchte tragen. Dabei wechseln sich ertragsarme mit Mastjahren ab. Im September können die Pistazien geerntet werden.

Frage 3/11:

Wo wächst die Ananas?

Die Ananas gehört zu der Familie der Bromeliengewächsen. Nach dem Anbau trägt die Pflanze nach etwa 14 bis 16 Monaten zum ersten Mal Früchte.

Frage 4/11:

Was wird an diesen Bäumen geerntet?

Die Früchte des Mandelbaums sind nicht nur unbehandelt sehr beliebt: Man kann sie außerdem für Mus, Mehl, Öl oder Marzipan nutzen.

Frage 5/11:

Was wird aus diesen Pflanzen hergestellt?

Der Ursprung des Zuckerrohrs liegt in Polynesien. Die Pflanzen enthalten einen süßen Saft, der für die Zuckerproduktion ausgepresst wird.

Frage 6/11:

Was wächst auf diesem Feld?

Die Früchte der Erdnuss sind botanisch gesehen eigentlich Hülsenfrüchte. Sie gehören zu derselben Unterfamilie wie beispielsweise Erbsen.

Frage 7/11:

Was entsteht aus diesem Orchideengewächs?

Die Vanille ist ein Gewürz, das aus den fermentierten Schoten verschiedener Arten der Orchideen-Gattung Vanilla gewonnen wird.

Frage 8/11:

Welches Lebensmittel wächst hier?

Übrigens: 80 % der Weltreisernte werden im Nassreisanbau erzeugt. Dafür braucht es zwischen 3000 und 5000 Liter fließendes Wasser für ein Kilogramm Reis.

Frage 9/11:

Was kann man mit diesen Früchten herstellen?

Kaffee ist die richtige Antwort! Für eine gute Ernte benötigten die Kaffeesträucher übrigens ein ausgeglichenes Klima ohne Temperaturextreme - das heißt, ohne zu viel Sonnenschein und Hitze.

Frage 10/11:

Was blüht hier so schön?

Übrigens: Die Artischocke wurde 2003 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt, weil ihr beispielsweise eine appetitanregende, verdauungsfördernde und cholesterinsenkende Wirkung zugeschrieben wird.

Frage 11/11:

Wo wächst die Kakaobohne?

Im ursprünglichen Zustand haben die Kakaobohnen einen scharfen und bitteren Geschmack. Das ändert sich erst durch die weitere Verarbeitung. 

Lust auf ein weiteres Quiz?

Dann hier entlang!

Die Aroniabeere ist dagegen schon längst auf den Flächen einiger Obstbauern angekommen. Nach Zahlen des Landesamtes für Statistik wurde sie 2019 auf gut 164 Hektar im Freistaat angebaut. Damit hat sich die Anbaufläche im Vergleich zum Jahr 2015 fast verdoppelt. Geerntet wurden 2019 287 Tonnen der vitaminreichen Beeren.

Die Pflanze sei vergleichsweise anspruchslos, der Anbau simpel, sagte Zimmermann. Deshalb seien viele eingestiegen, und die Preise gesunken. Es sei hier wichtig, gute Ideen zur Vermarktung zu haben.

Superfrucht Aronia: Von Amerika nach Franken

Bei den fränkischen Obstbauern sei die Aroniaernte in diesem Jahr unterschiedlich ausgefallen, erläuterte Thomas Riehl, Geschäftsführer des Vereins Fränkische Obstbauern. Es habe sogar Frostschäden gegeben, was sehr ungewöhnlich für die an sich unempfindliche Arioniabeere sei. Andere Betriebe seien dagegen zufrieden gewesen mit ihrer Ernte. Genaue Angaben zur Erntemenge in diesem Jahr konnte er nicht machen.

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Der Klimawandel macht auch vor Bayern nicht Halt. Bis zum Jahr 2100 soll es bis zu 4,5 Grad wärmer werden. Das hat gravierende Auswirkungen auf das Leben im Freistaat.


Die aus Nordamerika stammende Aronia gilt als Superfrucht, weil sie viele gesunde Stoffe wie Vitamin C enthält. Weil sie besonders resistent gegen Schädlinge und Krankheiten ist, kann sie nach Angaben der Landesanstalt eine gute Einnahmemöglichkeit für Obstbauern sein. Die dunkelvioletten Beeren schmecken roh eher bitter. Sie werden meist zu Marmelade, Saft, Essig oder Likör verarbeitet.

Die Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) betreibt in Thüngersheim eine Versuchseinrichtung für den Obstanbau und prüft, ob neue Obstsorten oder auch fast vergessene Sorten wie etwa die Quitte für den heimischen Anbau geeignet sind. In Veitshöchheim forscht die LWG zum Weinbau, in Bamberg zum Gemüseanbau.


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dpa

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