Feldversuch

Flammen durch weggeworfene Scherben? Wetterdienst räumt mit Waldbrand-Mythos auf

Kleine, oft menschgemachte Auslöser können zu verheerenden Waldbränden führen.

Kleine, oft menschgemachte Auslöser können zu verheerenden Waldbränden führen. © Joan Mateu Parra, dpa

Ein Feldversuch unter Mitwirkung des DWD im Jahr 2006 untersuchte die Entzündungsgefahr von lufttrockenem Streu durch Glasscherben. Die bündeln Licht besonders stark - und stehen im Verdacht, Auslöser für Waldbrände zu sein. Die Bedingungen für das Experiment waren laut DWD so gewählt, dass ein Feuer sich leicht entzünden kann.

Kein Feuer durch herumliegende Scherben

Doch selbst unter sommerlicher, trockener Witterung lösten farblose Scherben, die das Licht am stärksten fokussieren, auch in idealer Entfernung zum Streu kein Feuer aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass das in der Realität passiert, geht daher gegen Null - die Bedingungen, unter denen das Experiment durchgeführt wurde, kommen so meist gar nicht vor.

Anders fiel das Ergebnis bei Brenngläsern aus: Wie erwartet bündelten Lupen das Sonnenlicht derart stark, dass eine nennenswerte Wärmebildung erzielt wurde. Allerdings hielten die Flammen grundsätzlich nur wenige Sekunden an und erloschen jeweils wieder nach dem Entfernen der Lupen. Wassergefüllte, kugelförmige Gläser erzeugten zwar Temperaturen über 500 Grad, aber keine Flamme.

In Summe rät der DWD trotz der Erkenntnisse zu Achtsamkeit – zum Schutz der Umwelt, der Tiere und der Menschen. Die Autoren des Feldversuchs bilanzierten: "Folglich sind - dem jetzigen Kenntnisstand entsprechend - Waldbrände, hervorgerufen durch den Brennglaseffekt, unter den hiesigen Klimabedingungen als sehr unwahrscheinlich anzusehen."

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