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Frau stirbt bei Teufelsaustreibung in einem Frankfurter Hotel

Weiteres mögliches Opfer in Sulzbach im Taunus entdeckt - 09.12.2015 15:05 Uhr

In einem Hotelzimmer im Hotel Intercontinental in Frankfurt am Main ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Leiche einer Frau gefunden worden, die das Opfer einer Teufelsaustreibung geworden sein soll. Fünf Menschen wurden festgenommen.

© dpa


Eine Frau ist bei einer mutmaßlichen Teufelsaustreibung in einem Frankfurter Hotelzimmer ermordet worden. Mehrere Verwandte sollen die 41-Jährige über Stunden hinweg an ein Bett gefesselt und geprügelt haben, bis sie schließlich erstickte. Ihr Motiv war nach ersten Ermittlungen, der vermeintlich von Dämonen besessenen Frau den „Teufel auszutreiben“, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Weitere Hintergründe, wie etwa die Religionszugehörigkeit von Tätern und Opfer, waren zunächst unklar.

Die Polizei nahm fünf Verdächtige fest, darunter nach ersten Erkenntnissen der 15-jährige Sohn der Getöteten. Ein Ermittlungsrichter erließ außerdem Haftbefehl wegen Mordes gegen eine 44 Jahre alte Frau, ihren 21 Jahre alten Sohn, ihre 19 Jahre alte Tochter und einen weiteren 15 Jahre alte Jungen. Das Quintett sitzt nun in Untersuchungshaft.

Die Koreaner waren vor rund sechs Wochen nach Hessen eingereist. Als die Beamten die Familienmitglieder vernahmen, erfuhren sie von einem weiteren möglichen Opfer: In Sulzbach im Taunus entdeckten sie in einem Haus eine schwer verletzte Frau. Sie war den Angaben zufolge unterkühlt und dem Verdursten nahe. Das Haus hatten die mutmaßlichen Täter gemietet, dort aber nur sporadisch gewohnt. Ob auch die Verletzte mit ihnen verwandt war, blieb zunächst unklar.

Beispielloser Gewaltexzess

Den Ermittlungen zufolge sollen die fünf Verdächtigen bereits am vergangenen Samstag der 41-Jährigen immer wieder auf den Bauch und den Brustkorb geschlagen haben. Um die Schreie der Frau zu unterdrücken, stopften sie ihr ein Handtuch in den Mund. Wie die Obduktion ergab, erstickte die Frau schließlich. Ihr Körper war von Hämatomen übersät, in ihrem Mund steckte ein Kleiderbügel. Ob die Tat womöglich auf ihr eigenes Verlangen geschah, war unklar.

„Nach derzeitigem Kenntnisstand fügten die Beschuldigten dem Opfer über einen Zeitraum von mindestens zwei Stunden Schmerzen und Qualen zu, wobei ihr Handeln von einer gefühllosen und unbarmherzigen Gesinnung getragen war“, berichtete die Staatsanwaltschaft. Oberstaatsanwältin Nadja Niesen sprach von einer ungewöhnlichen und grausamen Tat. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte sie.

Einer der beiden 15-jährigen Jungen soll ihren Angaben zufolge der Sohn der toten Frau sein. Welche Religion die Gruppe hatte oder ob in dem Hotelzimmer Kultgegenstände gefunden wurden, war unklar. Die 44-Jährige hatte bei ihrer Vernehmung von dem Exorzismus berichtet. Ein Sprecher der Intercontinental Hotels Group (IHG) bestätigte den Vorfall, wollte sich aber nicht weiter dazu äußern. Wer die Tote entdeckt hat, war zunächst unklar.

dpa

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