Dramatische Lage

Hochwasserkatastrophe in Ahrweiler - mindestens 110 Menschen tot

Nach der Hochwasserkatastrophe im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz hat sich die Zahl der Todesopfer bis Sonntagmorgen auf 110 erhöht. 670 Personen wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte.

Die Zahl der Toten und Verletzten könnte sich aber weiter erhöhen. In einer Vielzahl der umliegenden Gemeinden gibt es auch weiterhin weder Strom noch Telefonempfang. Viele Straßen im Ahrtal bleiben gesperrt.

Gegen Mittag will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die vom Hochwasser betroffenen Gebiete besuchen. Sie werde sich in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Unwetterkatastrophe getroffen wurde, ein Bild von der Lage machen. Im Anschluss (14.30 Uhr) ist ein Pressestatement in Adenau geplant - gemeinsam mit der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und weiteren rheinland-pfälzischen Ministern.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte am Samstag zu anhaltender Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe aufgerufen. "Die Unterstützungsbereitschaft, sie muss anhalten, im Großen wie im Kleinen", sagte er bei einem Besuch im nordrhein-westfälischen Katastrophengebiet in Erftstadt.

Im ebenfalls stark betroffenen Kreis Trier werde auch am Sonntag die Aufräumarbeiten fortgesetzt. Erste Anwohner gingen bereits am Samstag zurück in ihre Häuser. Betroffen sind der Stadt zufolge 670 Gebäude, bei denen im Keller und Erdgeschoss fast alles zerstört wurde.

Die Polizei warnte unterdessen wegen der zerstörten regionalen Infrastruktur vor den Gefahren freiliegender Stromleitungen - und vor Falschmeldungen: So gebe es "keine Flutwelle oder Dammbruch in Sinzig, Ahrweiler oder Umgebung", hieß es in einer Mitteilung am Samstagnachmittag. Aus Angst vor Plünderungen und wegen Hochwassertouristen soll die Polizeipräsenz erhöht werden.

Angehörige, Freunde oder Bekannte, die jemanden vermissen, können sich unter der Rufnummer 0800 6565651 bei der Polizei melden. Die Hotline sei rund um die Uhr erreichbar.

Die Wetterlage hat sich inzwischen entspannt. Es bleibt aber wechselhaft, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Daher könne es auch weiterhin zu örtlichen Gewittern mit Starkregen kommen.