Problem mit digitalem Impfnachweis

iPhone-Nutzer bekommen einen Tag zu früh den grünen Status

18.6.2021, 15:17 Uhr

Doris und Thomas Beyer erhielten am selben Tag, nämlich am 11. Juni, in einer Arztpraxis ihre jeweils zweite Impfung und besorgten sich danach in einer Apotheke die entsprechenden QR-Codes, die sie zuhause mit ihren Smartphones scannten. Als die Apps dann den jeweiligen Impfstatus generierten, stutzte das Paar aus Fürth. Beim Android-Smartphone von Thomas Beyer wurde korrekt der 26. Juni als Stichtag für das Impfzertifikat nach der erfolgten Zweitimpfung angezeigt, beim iPhone seiner Frau dagegen der 25. Juni.

Warum die auf dem Betriebssystem von Apple basierende App eine andere Frist errechnet als die Android-Variante, ist für den Fürther ein Rätsel. "Vielleicht liegt es am US-amerikanischen Datumssystem", mutmaßt Beyer, der sich nun fragt, warum die Anwendungen vor dem Start nicht auf solche möglichen Ungereimtheiten gecheckt wurden. "Das finde ich schon ein wenig peinlich für die Verantwortlichen, wenn die allerwichtigste Funktion dieser App nicht richtig funktioniert."


Digitaler Impfnachweis: So lief der Start in Frankens Apotheken


Wenn es um offizielle Fristen gehe, dürfe so etwas nicht passieren, kritisiert der Fürther. Wenn man zum Beispiel eine Reise antreten wolle, und beim Einchecken am Flughafen stelle sich dann heraus, dass der Zeitraum nach der zweiten Impfung zu kurz sei, könne das viel Ärger verursachen.

App war in bundesweitem Feldversuch getestet worden

Dabei war die CovPass-App vor der offiziellen Einführung in einem bundesweiten Feldversuch getestet worden. In ausgewählten Impfzentren hatten geimpfte Personen das digitale Zertifikat bekommen, damit das System auf seine Alltagstauglichkeit hin überprüft werden konnte. Der Fehler bei der iPhone-App fiel dabei aber wohl nicht auf.

Mittlerweile arbeitet man aber offensichtlich an der Lösung des Problems. "Die Unterschiede in der Berechnung der Zeiträume sind bekannt und werden in der nächsten Version der App in den nächsten Tagen angeglichen", teilt die Pressestelle des Bundesgesundheitsministeriums auf Anfrage unserer Redaktion mit. Zu Details wie der Frage, seit wann das Ressort von Gesundheitsminister Jens Spahn von diesem Problem weiß, schweigt sich die Behörde jedoch aus.

Nicht die erste Software-Panne während der Pandemie

Diese Ungereimtheit bei dem neuen digitalen Impfzertifikat ist nicht die erste Software-Panne im Zusammenhang mit der Pandemie-Bekämpfung. Bei der Corona-App zum Beispiel sorgte eine ganze Reihe von Problemen für wiederholte Kritik, und auch das bayerische Impfportal BayIMCO erhitzte angesichts der anfangs komplizierten Handhabung viele Gemüter.


Die CovPass-App im Selbstversuch


So durfte eine E-Mail-Adresse zunächst nur für einen Registrierungsvorgang verwendet werden. Wer etwa seine betagten und meist nicht technikaffinen Angehörigen für einen Impftermin im zuständigen Impfzentrum online registrieren wollte, musste dafür mehrere E-Mail-Adressen verwenden – für jede Person eine. Später wurde das System umgestellt, bis zu fünf Menschen können sich mittlerweile über ein- und dieselbe E-Mail- Adresse registrieren.