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Marseille: Behörden fischen dutzende E-Scooter aus Hafenbecken

Tretroller-"Weitwurf" als Trend - Giftige Akkus landen im Wasser - 22.07.2019 09:23 Uhr

Taucher finden inzwischen regelmäßig E-Scooter im Hafenbecken der französischen Metropole. © GERARD JULIEN, AFP


Marseille ist eine der bekanntesten und schönsten Hafenstädte Frankreichs, mehrere Kilometer weit zieht sich die Küstenlinie der Stadt an der Côte d´Azur entlang. Wie viele andere Städte hat die Mittelmeermetropole in diesem Jahr ein Verleihsystem für E-Scooter bekommen, seitdem rollen über 100 der elektrisch angetriebenen Tretroller durch die Stadt.

Doch abgesehen von den Diskussionen über zunehmende Unfälle und weniger Platz auf den Verkehrswegen haben sich die Bürger mit den Scootern ein neues Problem in die Stadt geholt - oder, genauer gesagt, ins Hafenbecken. Denn offenbar machen sich einige Nutzer einen Spaß daraus, die Gefährte im Wasser zu versenken.

Der Fund dieses Tauchers machte das Problem publik:

Seit der Zulassung fischen Taucher laut der Nachrichtenagentur AFP immer wieder E-Roller aus dem Hafenbecken, Tendenz steigend. Freiwillige und Mitarbeiter der Hafenbehörde gehen nun regelmäßig auf Kontrolltour, um die Scooter aus dem Wasser zu ziehen. Denn die gesunkenen Verkehrsmittel sind nicht nur ein finanzieller Schaden, sie belasten auch die Umwelt - und sind nicht ganz ungefährlich. Die Blei- und Lithiumakkus, mit denen sie angetrieben werden, sind giftig.

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Unterwegs mit dem E-Scooter: Diese Regeln gelten auf den Tretrollern

Seit dem 15. Juni 2019 dürfen Elektro-Tretroller auf den deutschen Straßen flächendeckend fahren und werden unter anderem in München rege genutzt. Folgende Regeln gelten dabei laut Polizei München und dem Bundesverkehrsministerium für die Fahrer.


Eine Erklärung für das Massenversenken ist wohl ein Spiel, das gerade bei Kindern und Jugendlichen en vogue ist. "E-Scooter-Werfen" als Freizeitbeschäftigung - laut Berichten französischer Lokalmedien seien viele der Täter im Kindesalter. "Sie sind zwischen acht und zehn Jahre alt, die Ältesten sind etwa 14", zitiert das französische Portal Ouest France Jérôme Poulet, der eine dort eingesetzte Patrouille zur Überwachung der Vorgänge leitet. Man wisse seit einiger Zeit, dass das Spiel darin bestehe, sich die abgestellten Roller zu schnappen und ins Meer zu werfen.


4000 Roller, zahlreiche Verstöße: E-Scooter-Wahn in München


Laut dem Portal habe der Verleiher Lime, der auch in Deutschland aktiv ist und in Marseille seit Januar E-Scooter bereitstellt, inzwischen reagiert – so könnten die Roller nicht mehr direkt am Wasser verriegelt werden, wenn der Ausleiher die Fahrt beenden will. Die Miete endet bei Lime mit dem Abschließen das Fahrzeugs.

 

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