Bekämpfung der Pandemie

Medikament gegen Corona: Würzburger Forscher arbeiten an Heilmittel

19.8.2021, 15:21 Uhr
Linda Jürgens, Fachärztin am Charité Virchow-Klinikum der Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie, bereitet eine Infusion mit dem Medikament Casirivimab vor. 

© Carsten Koall, dpa Linda Jürgens, Fachärztin am Charité Virchow-Klinikum der Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie, bereitet eine Infusion mit dem Medikament Casirivimab vor. 

Nach Angaben von Merkur.de arbeitete das Forscherteam aus Würzburg und Göttingen an einem Medikament, welches nicht nur gegen SARS-CoV-2, das verursachende Virus der COVID-19-Pandemie, sondern auch gegen viele andere Viren eingesetzt werden könne.

Der Wirkstoff, der den Namen "Molnupiravir" trage, würde das Wachstum des Coronavirus tatsächlich verlangsamen, schreibt der BR. Wissenschaftler der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und des Max-Planck-Instituts in Göttingen forschen derzeit an dem Stoff, den sie bis auf die molekulare Ebene untersuchen wollen.

Forschungsstand

Bisher haben Forscher herausgefunden, dass "Molnupiravir" genau bei der Vermehrung des Coronavirus trifft. BR erklärt die Hemmung des Virus folgendermaßen: "Molnupiravir" könne RNA-Bausteine in das Erbgut des Virus einschleusen. Vermehrt sich das Virus, entstehen defekte RNA-Kopien. Dadurch kann sich der Erreger nicht mehr verbreiten.

"Molnupiravir" ist sehr einfach einzunehmen. Es muss nur geschluckt werden. Das Medikament wird erst während der Verdauung im Stoffwechsel aktiviert. Die Körperzellen nehmen den Wirkstoff auf und wandeln ihn in RNA-ähnliche Bausteine ​​um. Diese wiederum verhindern die Vermehrung des Virus.

Nicht nur gegen das Coronavirus

"Molnupiravir hat viel Potenzial [...] Mit dem Wirkstoff ließe sich möglicherweise ein ganzes Spektrum von viralen Erkrankungen behandeln", teilte Claudia Höbartner, Professorin für Chemie an der JMU, dem BR mit.

Der Wirkstoff befindet sich nach Angabe des BR in der finalen Entwicklungsphase (Phase III), wo er an einer Vielzahl von Patienten getestet wird. Es wird erwartet, dass in der zweiten Jahreshälfte bekannt wird, ob "Molnupiravir" tatsächlich sicher ist und als Medikament zugelassen werden kann. Die US-Regierung hat sich bereits rund 1,7 Millionen Dosen im Wert von über einer Milliarde Dollar gesichert.

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