11°

Samstag, 19.10.2019

|

zum Thema

Ministerin fordert Schritte gegen Lebensmittelverschwendung

In Deutschland landen jährlich fast 13 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll - 14.06.2019 09:50 Uhr

Umwelt- und Ernährungsministerin Ulrike Höfken (Grüne) fordert Schritte gegen die Lebensmittelverschwendung. © REUTERS/Fabrizio Bensch


"Wir müssen also auch offen für neue Strategien sein – dazu kann auch gehören, das Containern zu entkriminalisieren", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Grundsätzlich müsse aber dafür gesorgt werden, "dass erst gar nicht so viele Lebensmittel im Übermaß produziert werden und in der Tonne landen".

Unter "Containern" versteht man das Sammeln von weggeworfenen, aber noch genießbaren Lebensmitteln aus Containern von Supermärkten. Wer Produkte aus den Tonnen holt, auch wenn sie entsorgt worden sind, macht sich nach der derzeitigen Gesetzeslage strafbar. Ein Vorstoß von Hamburgs Justizsenator Till Steffen (Grüne), "Containern" straffrei zu machen, ist in der vergangenen Woche auf der Justizministerkonferenz in Lübeck-Travemünde gescheitert.

Bilderstrecke zum Thema

Plastik, nein danke! Zehn Alternativen für ein Leben ohne Kunststoff

Knapp 25 Kilo Plastikmüll hinterlässt jeder Deutsche im Jahr. Lediglich aus der Hälfte dessen, was im gelben Sack landet, entstehen neue Produkte. Der Rest wird verbrannt und belastet unsere Umwelt. Allerdings kann jeder dazu beitragen, dass weniger Plastikmüll anfällt. Welche plastiksparenden Alternativen es gibt, verraten wir hier!


Höfken betonte, mit Freiwilligkeit komme man bei dem Thema nicht weiter: "Wir brauchen von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) zeitnah wirksame Instrumente, um die Lebensmittelverschwendung einzudämmen." So seien verpflichtende Maßnahmen auf Bundesebene auf allen Produktionsstufen - also in der Landwirtschaft, in der lebensmittelverarbeitenden Industrie, im Handel und bei den Endverbrauchern - notwendig. Laut einer Ende Mai veröffentlichten Berechnung der Universität Stuttgart landen in Deutschland jährlich fast 13 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll.

Kommentar: Es gibt keinen sinnvollen Grund, das "Containern" zu verbieten

Höfken sagte, sie beobachte "generell ein steigendes Bewusstsein für das Thema Lebensmittelverschwendung bei den Bürgerinnen und Bürgern – und das ist gut so". Jetzt müsse "nur noch die Bundespolitik entsprechend handeln".

Leserforum: Sollte das "Containern" erlaubt werden?

Melden Sie sich jetzt für den wöchentlichen, kostenlosen Chefredakteurs-Newsletter der Nürnberger Nachrichten an.

dpa

4

4 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Panorama